Auch im kommenden Schuljahr mehr als 1000 Lehrerstellen für Deutsch-Förderunterricht für Schüler mit Migrationshintergrund
Für den Deutsch-Förderunterricht für hessische Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wird das Kultusministerium auch im kommenden Schuljahr mehr als tausend Lehrerstellen zur Verfügung stellen.
26.05.2011 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenKultusministerin Dorothea Henzler wies darauf hin, dass das Förderprogramm des Landes in den vergangenen Jahren zunehmend wahrgenommen und konsequent ausgebaut worden sei. So hätten im Schuljahr 2009/10 insgesamt 81.538 Kinder und Jugendliche hessenweit 10.291 schulische Deutsch-Fördermaßnahmen besucht. Damit hätten sich sowohl die Teilnehmerzahl als auch die Anzahl der Angebote seit 1999/2000 mehr als verdreifacht. Es genügt nicht, sich einigermaßen verständigen zu können. Nur wer die Landessprache in Wort und Schrift beherrscht, wird hierzulande einen Schulabschluss erreichen und erfolgreich eine berufliche Ausbildung oder ein Studium beginnen können, sagte Henzler. Ich bin fest entschlossen, die jungen Menschen auf diesem Weg auch weiterhin zu unterstützen."
Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Hessen liege inzwischen, so die Ministerin weiter, bei 24,6 Prozent und damit deutlich über dem bundesweiten Anteil von 19 Prozent. Die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift sei eine der zentralen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulabschluss und eine gelingende Integration in die deutsche Gesellschaft. Die Sprachförderung stelle somit eine außerordentlich wichtige und notwendige Aufgabe in den Schulen des Landes dar. Das landesweite Gesamt-Förderkonzept für Grundschulen und für alle allgemein bildenden Schulen enthalte die folgenden Angebote:
- freiwillige zwölfmonatige schulische Vorlaufkurse für Kinder im Jahr vor der Einschulung
- verpflichtende schulische Sprachkurse oder verpflichtender Besuch einer Vorklasse für schulpflichtige Kinder bei Zurückstellung wegen nicht hinreichender Deutschkenntnisse
- Intensivklassen/Intensivkurse/ Alphabetisierungskurse für Neuankömmlinge, die über keine bzw. nur geringe Deutschkenntnisse verfügen
- Deutsch-Förderkurse zur Erweiterung bereits vorhandener Deutschkenntnisse
- Deutsch & PC erwachsen aus einer Kooperation mit der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung als Modellprojekt im Bereich der Deutsch-Frühförderung, das in mittlerweile 73 Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil eingeführt ist.
Henzler sagte, die Wirksamkeit der schulischen Vorlaufkurse, in denen Kinder ohne hinreichende Deutschkenntnisse vor der Einschulung auf den Besuch einer ersten Klasse vorbereitet werden, ließen sich durch Zahlen eindrucksvoll belegen: Der Anteil der ausländischen Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt werden mussten, hat sich in den letzten zehn Jahren von 35,7 Prozent auf 12,4 Prozent verringert. Während im Schuljahr 1999/2000 noch 44,45 Prozent der Wiederholer in den ersten Klassen ausländische Kinder waren, betrug dieser Anteil 2009/10 nur noch 16,78 Prozent. Im Schuljahr 1999/2000 war demzufolge fast jedes zweite Kind, das die erste Klasse wiederholte, nichtdeutscher Herkunft, während dies im Schuljahr 2009/10 nur noch weniger als jedes fünfte Kind war.
Gerade weil in den letzten Jahren immer deutlicher geworden sei, wie wichtig eine besonders früh einsetzende sprachliche Förderung sei, habe sie bereits zu Beginn ihrer Amtszeit entschieden, so die Ministerin, die schulischen Vorlaufkurse vom Schuljahr 2009/10 an von neun auf zwölf Monate auszuweiten. Derzeit besuchten hessenweit rund 8.000 Kinder die Vorlaufkurse. Auch die Absenkung der Schulabbrecherquote unter den ausländischen Schülerinnen und Schülern von 21,5 Prozent im Jahr 2000 auf 14,5 Prozent im Jahr 2009 zeige deutlich den Erfolg der bildungspolitischen Maßnahmen.
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