Ausbildung für benachteiligte Jugendliche verstärken

Minister Rippel besucht "Ausbildung jetzt" beim Diakonischen Werk in Sulzbach "Wir wollen auch benachteiligten Jugendlichen eine betriebliche Ausbildung und damit eine gute Berufs- und Lebensperspektive ermöglichen", sagte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel anlässlich seines Besuchs in der Beratungsstelle von "Ausbildung jetzt" in Sulzbach.

19.01.2009 Saarland Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Minister Joachim Rippel: "Auch in der besonderen Situation des doppelten Abiturjahrgangs 2009 ist es unser Ziel, möglichst allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz oder Studienplatz zu verhelfen. Mit unserem Förderangebot haben wir verstärkt Jugendliche mit Anlaufschwierigkeiten im Fokus.

Oftmals hätten Betriebe die Sorge, dass schulisch schwächere Jugendliche die Ausbildung nicht schafften und fühlten sich mit der Betreuung überfordert, so Minister Rippel weiter. Im Ergebnis komme es deshalb oft nicht zu einer Einstellung. Hier setze das Programm der Landesregierung an, indem durch die sozialpädagogische Betreuung diese Arbeit den Unternehmen abgenommen wird.

Minister Joachim Rippel: "Die positiven Beispiele zeigen, dass die Jugendlichen sich oft in der Praxis bewähren und aufblühen, wenn Unternehmen den schwächeren Jugendlichen eine Chance geben und Ausbildung durchführen." Überdies wirkten die Unternehmen dem Fachkräftemangel entgegen, denn die so ausgebildeten Jugendlichen sind oft besonders treue Mitarbeiter, die dem Unternehmen dann ausgebildet für lange Zeit zur Verfügung stehen. "Jenseits einer gewissen sozialen Verantwortung ist es deshalb auch im eigenen Interesse der Unternehmen, schwächere Jugendliche mit unserer Hilfe auszubilden, zumal diese Ausbildung besonders gefördert wird", so Minister Rippel weiter.

"Das Saarländische Landesprogramm "Ausbildung jetzt" ist ein wichtiges Instrument, um Jugendlichen mit schulischen und sozialen Problemen eine Ausbildung in Betrieben zu ermöglichen", erklärt hierzu Bärbel Heil-Trapp, Abteilungsleiterin Jugendberufshilfe des Diakonischen Werkes an der Saar. Jugendliche hätten auch bei der aktuellen Ausbildungsmarktsituation immer noch große Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden. Gestiegene Anforderungen an die Berufsbilder erschwerten zudem einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss.

Zwei kooperierende Unternehmen berichten anlässlich des Ministerbesuchs von ihren Erfahrungen mit dem saarländischen Landesprogramm. Seit 1997 ist das DIAKONISCHE WERK AN DER SAAR mit der Umsetzung von "Ausbildung jetzt" beauftragt. Im Regionalverband Saarbrücken (Sulzbach und Völklingen), im Landkreis Saarlouis und im Landkreis Neunkirchen vermittelten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Jugendberufshilfe seitdem 1033 Jugendliche in betriebliche Ausbildungsplätze und begleiteten sie während ihrer Ausbildung.

Hintergrund:
Zielgruppe von "Ausbildung jetzt" sind Jugendliche, die den allgemeinbildenden Schulabschluss erworben haben und im Anschluss einen Ausbildungsplatz suchen, die aber aufgrund schulischer und persönlicher Probleme einer besonderen Unterstützung bedürfen. Kooperationspartner sind Ausbildungsbetriebe, die bereit sind, einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen.

Zur Begleitung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DWSAAR gehören die Beratung der Auszubildenden bei persönlichen Problemen, individueller Förder- und Stützunterricht, eine systematische Prüfungsvorbereitung sowie der regelmäßige Kontakt zu den Berufsschulen und Erziehungsberechtigten. Gleichzeitig werden die Ausbildungsbetriebe bei organisatorischen und pädagogischen Fragen unterstützt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln bei Konflikten zwischen Auszubildenden, Betrieben oder Berufsschule.

Das Projekt wird finanziert durch das saarländische Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft, den Europäischen Sozialfonds und von der Evangelischen Kirche. Betriebe, die einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen, können einen Zuschuss von 1.600 Euro erhalten. Es besteht eine enge Kooperation mit den örtlichen Agenturen für Arbeit und den ARGEN sowie den Ausbildungsbetrieben und Kammern. Darüber hinaus arbeitet das Projekt mit Trägern der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) und anderen Fachdiensten zusammen.

Das DIAKONISCHE WERK AN DER SAAR gGmbH (DWSAAR) ist eine Gesellschaft der evangelischen Kirchenkreise Ottweiler, Saarbrücken und Völklingen und zugleich der evangelische Wohlfahrtsverband an der Saar. Das DWSAAR bietet in rund 100 Einrichtungen im ganzen Saarland Menschen Hilfe, Beratung und Begleitung in allen persönlichen Notlagen an. Daneben werden gefährdete und benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Einrichtungen des Jugendhilfeverbundes und der Jugendberufshilfe betreut, begleitet und ausgebildet. Alte und pflegebedürftige Menschen sowie ihre Angehörigen erfahren Beratung und Unterstützung. Als kirchliche Einrichtung ist das DWSAAR Partner evangelischer Kirchengemeinden im Saarland bei sozialen Fragestellungen.


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