Bayerischer Elternverband befürchtet Unterfinanzierung der schulischen Integration behinderter Kinder

Die gemeinsame Pressemitteilung des bayerischen Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle mit der Behindertenbeauftragten Irmgard Badura zur Integration von Schülern mit Behinderungen stößt beim Bayerischen Elternverband (BEV) auf Zustimmung. Allerdings ist der BEV skeptisch, ob genügend Mittel für die praktische Umsetzung bereitgestellt werden.

20.03.2009 Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Ohne entscheidende Stellenmehrung beim Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) stehe Spaenles Konzept der "Integration durch Kooperation" nur auf dem Papier, sagt die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Stautner. "Die unter der Hand durchgesickerten Zahlen zur Lehrerversorgung an den Förderschulen im kommenden Schuljahr geben keinen Anlass, auf ein Ende der Mangelverwaltung zu hoffen!" Integration an den allgemeinen Schulen dürfe nicht durch weitere Sparmaßnahmen an den Förderschulen gegenfinanziert werden, zumal der Kultusminister auch diese erhalten wolle. Nach einer Umfrage des Sachgebiets Förderschulen im BEV fehlen an jeder Förderschule ein bis zwei Vollzeitlehrkräfte, was die Umsetzung der individuellen Förderpläne, die ein wesentlicher Bestandteil des Förderungskonzepts sind, schon längst unmöglich mache. Vielerorts müsse der MSD den Personalmangel auffangen und sei dann für die in die allgemeinen Schulen integrierten Kinder nicht mehr oder nur eingeschränkt verfügbar.

Der BEV beklagt ferner, dass Spaenles Integrationsinstrumente wie Außenklassen und Kooperationsklassen von den Bezirksregierungen viel zu zögerlich genehmigt würden, da die geforderte Schülerzahl oft nicht erreicht werde. Darüber hinaus sei zu bemängeln, dass Außenklassen bislang nur im Grundschulbereich angeboten würden. Kooperationsklassen würden bislang nur an wenigen Hauptschulen angeboten und dann auch nur über jeweils zwei Jahre. Danach müssten die Kinder an ihre Sprengelschule zurück, sofern die Eltern den Schulweg nicht aus eigener Tasche finanzieren wollten. Dies stelle für die Kinder einen schwierigen Schritt aus ihrem sicheren Umfeld heraus dar.

"Wenn der Kultusminister es ernst meint mit der vermehrten Einbindung behinderter Kinder in die allgemeinen Schulen, muss er für deutlich mehr Sonderschullehrer, Förderlehrer und Schulsozialarbeiter sorgen", sagt Ulrike Stautner. "Wir fordern 500 zusätzliche MSD-Stellen im neuen Doppelhaushalt!"


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