Bayern: Streit um Gelenkklassen
(redaktion) Der Bayerischer Handwerkstag (BHT) sorgt sich um die Zukunft der Hauptschule im Freistaat. Grund ist die von Bildungsminister Spaenle geplante Änderung beim Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen. Das Bayerische Kultusministerium plant, den Notenkorridor, innerhalb dessen eine Übertrittsentscheidung der Eltern möglich ist, zu erweitern.
20.02.2009 Artikel"Mit den geplanten Änderungen beim Übertrittsverfahren nach der Grundschule würde die Hauptschule massiv geschwächt werden", erklärt der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL a. D.. "Wer nur den Elternwillen berücksichtigt, der handelt nicht automatisch im Sinne und zum Wohle des Kindes", so Traublinger.
Bislang entschied in Bayern allein der Notendurchschnitt beim Übertrittszeugnis in der vierten Klasse über die weitere Schulkarriere. Dies soll sich mit dem neuen Konzept des Kultusministeriums bald ändern: Danach soll in allen Schularten die fünfte Klasse zur Gelenkklasse werden. Dort haben dann Schüler, Lehrer und Eltern ein Jahr Zeit zu prüfen, ob die gewählte Schule auch die richtige für das Kind ist. Bislang war für den Wechsel an ein Gymnasium ein Notendurchschnitt von mindestens 2,33 Voraussetzung.
Auf Kritik stößt das neue Konzept auch bei der Opposition und beim Lehrerverband. Es handele sich um eine "Verschlimmbesserung der jetzigen Situation", erklärte der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Thomas Gehring und auch der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands BLLV, Klaus Wenzel, sieht in den Gelenkklassen keine Lösung.
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