Lernen: „KI als Abkürzungsmaschine widerstehen“
Künstliche Intelligenz im Unterricht einsetzen – ohne dass Schüler:innen ihr Denken auslagern: Dieses Ziel stellt Schulen und Lehrkräfte vor Herausforderungen. Das Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal wurde jüngst für sein KI-Konzept ausgezeichnet. Wie die Schule mit KI umgeht, erzählt Lehrer Felix Urban im didacta-Bildungspodcast.
24.09.2026 Bundesweit Artikel Anna PetersenIm Gespräch mit Moderatorin Anna Petersen geht es um digitale Lernbegleiter, die Vermittlung eines Zukunfts-Mindset und die Frage, ob und wie sich die Rolle der Lehrkraft durch KI verändert.
Das Gespräch führte Anna Petersen am 3. August 2026.
Anna Petersen: Felix, KI ist da und wird nicht mehr weggehen. Deshalb müssen wir uns damit auseinandersetzen. Aber die Frage ist: Macht sie Lernen und Unterrichten wirklich besser?
Felix Urban: Ich glaube, nur dann, wenn man es didaktisch rahmt und ein entsprechendes Konzept entwickelt, das es ermöglicht, die Potenziale von KI wirklich auch abzugreifen. Ein Beispiel: Wenn man KI einfach so einsetzt in der Schule, im Unterricht gibt es die Tendenz seitens der Schülerschaft, dass sie das Denken auslagert. Und deswegen haben wir in unserer Schule zum Beispiel didaktische Agenten in Korrespondenz mit der Wissenschaft entwickelt, die eben dazu beitragen, das Denken nicht auszulagern. Und, das ist so einer von vielen Teilschritten, der, glaube ich, wichtig ist, um KI produktiv und im Sinne der Schülerschaft wirklich an Schulen einzusetzen.
Das ist was, wo ich auf jeden Fall gerne noch in die Tiefe gehen möchte, weil ich mir vorstellen könnte, dass das viele Hörer:innen interessiert, wie ihr genau das macht. Der KI-Schulpreis, der soll ja laut Jury gezielt Schulen würdigen, die sich schulweit, also wirklich über einzelne Lehrkräfte oder Fächer hinaus, mit KI befassen. Was war denn an deiner Schule so der Auslöser, dass man gesagt hat, KI, das ist jetzt offiziell Schulentwicklungsziel und wir entwickeln ein Konzept?
Ja, ich glaube, einfach die Einsicht in die Notwendigkeit zu handeln und dass wir das in produktive Bahnen lenken wollen. Wir hatten schon eine ganz gute digitale Ausstattung. Also, zum Beispiel eine 1:1-Ausstattung mit iPads, Beamer in allen Räumen ... Und ja, unser Digitalkonzept und unser Medienkonzept, beides ist entstanden im Zuge eigentlich von Corona. Ich glaube, wie an so vielen Schulen haben die Schulen gemerkt okay, wir müssen irgendwas machen, wir müssen das in produktive Bahnen lenken. Und analog dazu war eben KI der nächste Punkt, wo wir gemerkt haben: Ja, das ist da und wird bleiben. […]
Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, Apple, Podcast.de und Deezer.
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