"Bayerns Schulen machen Kinder stark für die Zukunft - Regierung stärkt Schulen für zentrale Zukunftsaufgabe"

"Bayerns Schulen machen unsere Kinder stark für die Zukunft. Und wir machen die Schulen stark, dass sie diese ambitionierte Zukunftsaufgabe bewältigen können." Diese Kernbotschaft seiner Bildungspolitik entfaltete heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in seiner Regierungserklärung im Bayerischen Landtag.

26.03.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Optimale Förderung für jedes Kind

Bei den anstehenden Entscheidungen für die Bildungs- und damit die Zukunftspolitik für die junge Generation dominieren für Kultusminister Spaenle die Leitziele "Qualität und Gerechtigkeit" als "Schlüssel für eine zukunftsfähige Bildung". "Wir wollen jedem jungen Menschen in unserem Land alle Chancen auf eine qualitativ anspruchsvolle Bildung eröffnen - unabhängig von seiner kulturellen und sozialen Herkunft", führte der Minister im Landtag aus. Dabei geht der Minister von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis aus, das neben der Vermittlung von Kompetenzen und Wissen die Entwicklung der Persönlichkeit des jungen Menschen und die Vermittlung von Werten umgreift.

Minister Spaenle will jedem einzelnen Kind möglichst entsprechend seiner Begabungen die optimale Förderung zuteil werden lassen und den Zugang zu den entsprechenden Ausbildungswegen eröffnen. Dazu bietet das vielfältig differenzierte Schulwesen Bayerns für den Minister eine sehr gute Voraussetzung mit seinen starken Kernschularten Grund-, Haupt- und Realschule sowie Gymnasium und dem breiten Spektrum der beruflichen Schulen. "Es gibt neben dem Gymnasium 15 alternative Wege zu einer Hochschulreife", konkretisierte der Minister und verwies auch auf die Berufliche Oberschule, die zum laufenden Schuljahr flächendeckend eingeführt worden war.

Mehr Ganztagsangebote an allen Schularten

Ein wichtiges Instrument für eine intensivere individuelle Förderung und für mehr Chancengerechtigkeit - gerade auch für Kinder aus bildungsfernen Familien - stellt für den Minister neben der Ausweitung der Schulsozialarbeit vor allem der Ausbau der Ganztagsschulen dar, den er auf der Grundlage der Beschlüsse des Bildungsgipfels mit den Kommunen "an allen Schularten in Bayern mit Energie vorantreiben" wird. Ab 2011 werden auch gebundene Ganztagsangebote an Realschulen und Gymnasien zielstrebig ausgebaut.

Auch inhaltlich wird der Minister die Schularten weiter entwickeln, um sie für die Anforderungen der Zukunft zu rüsten. "Ich will die Qualitätsentwicklung an allen Schulen in Bayern voranbringen", betonte der Minister. Er kündigte beispielsweise Qualitätsoffensiven für die Hauptschule und das Gymnasium an.

Bayerns Weg der Integration von Schülern mit Behinderung durch die Kooperation von besonderen Förderzentren und Regelschulen wird der Minister weiter beschreiten. Er wird dabei im Sinne der UN-Konvention das Elternwahlrecht stärken, welche Schule ihre Kinder besuchen.

Kooperation von Haupt- und Realschule öffnet Schülern Türen

Der Staat soll nach dem Willen von Minister Spaenle als "pädagogischer Schulweghelfer" die Durchlässigkeit stärken und institutionell organisieren. Die neuartige Kooperation von Haupt- und Realschulen, die ab dem kommenden Schuljahr an einigen Standorten erprobt werden soll, ist für den Minister ein "hervorragendes Instrument", um den talentorientierten Weg einzelner Schüler positiv zu gestalten. Gegenwärtig lässt Kultusminister Spaenle auch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Haupt-, Berufs- und Wirtschaftsschulen prüfen. Auch das neue Übertrittsverfahren, das ein begleitetes Übertrittsverfahren mit einer erweiterten Elternverantwortung vorsieht, eröffnet vielen Schülern neue Chancen.

Auf der Grundlagen eines Gesamtkonzepts zur Integration von Schülern mit Migrationshintergrund will Minister Spaenle die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien deutlich verbessern. Vergleichsstudien wie PISA hätten deutlich gemacht: Kinder mit Migrationshintergrund haben einen besonderen Förderbedarf - vor allem in der deutschen Sprache. Dieser Herausforderung stellt sich der Freistaat durch entsprechende Deutschförderangebote im Vorschulalter wie in allen Kernschularten und mit Hilfe von Maßnahmen der sozialen Integration, zu denen auch die Einführung des Islamischen Unterrichts unter Verantwortung des Staates auf der Basis der Bayerischen Verfassung zählt.

Mehr Geld, mehr Lehrer und mehr Beförderungschancen

Um entsprechende Rahmenbedingungen für ein Bildungswesen von hoher Qualität und Gerechtigkeit zu schaffen, erhöht der Freistaat den Bildungshaushalt in den Jahren 2009 und 2010 um rund 10 Prozent, er schafft 2.700 zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte und erhält die "demographische Rendite" von rund 1.300 Lehrkräften im Volksschulbereich für die Schulen, legte Minister Spaenle dar. An Grund-, Haupt- und Realschulen werden für besonders engagierte Pädagogen 8.250 Beförderungsmöglichkeiten neu geschaffen.

Um die nötigen Lehrkräfte für die bayerische Schule der Zukunft zu gewinnen, setzt Minister Spaenle u. a. auf eine strategische Personalentwicklung sowie auf eine optimale Vernetzung von Theorie und Praxis in der ersten und zweiten Ausbildungsphase.

"Ich spüre aus der Mitte die wachsende Bereitschaft zu aktiver Mitwirkung an den Fragen von Bildung und Erziehung", konstatiert Minister Spaenle und setzt deshalb bei der Entwicklung der Schullandschaft und der Schulen in den einzelnen Regionen auf eine neue Politik des Dialogs auf Augenhöhe, auf eine Kultur des Dialogs mit allen Beteiligten - auf eine "Bildungspartnerschaft von Staat und Bürgern". Diese schlägt sich in der Einführung von Runden Tischen mit Vertretern der gesamten regionalen Schulfamilie in den einzelnen Stadt- und Landkreisen nieder, die von den Regierungen moderiert werden. Sie sollen Vorschläge zu einer qualitätsvollen Bildungslandschaft vor Ort erarbeiten, die auch ein wohnortnahes qualitativ anspruchsvolles Hauptschulangebot umfasst.

Die pdf-Datei der Regierungserklärung kann per Mail unter angefordert werden.


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