GEW Rheinland-Pfalz

Befristete Vertretungsverträge sind keine Lösung für gute Unterrichtsversorgung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW) stellt fest, dass die Unterrichtsversorgung der rheinland-pfälzischen Schulen im Schuljahr 2012/13 besser sein wird als im Vergleich zum Schuljahr 2011/12 (weitere Informationen hierzu folgen in der GEW-Presseerklärung am Montag).

10.08.2012 Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz

Ein Großteil dieser Unterrichtsversorgung in Rheinland-Pfalz basiert der Gewerkschaft zufolge auf der Tatsache, dass viele Lehrkräfte mit befristeten Verträgen beschäftigt sind, ohne klare Aussichten auf Festeinstellung. Diese Praxis wird seit vielen Jahren verfolgt und ist so nicht weiter hinzunehmen. Deshalb fordert die GEW das Bildungsministerium zu einem grundlegenden Umdenken ihrer Vertretungsvertragspraxis an Schulen auf. "Auch im kommenden Schuljahr rechnen wir wieder mit der Einstellung von rund 2.000 Lehrkräften in Rheinland-Pfalz, denen die Schulbehörde lediglich befristete Arbeitsverträge anbietet", sagte GEW-Landesvorsitzender Klaus-Peter Hammer. "Für uns als Gewerkschaft ist es schlicht unverständlich, dass eine rot-grüne Landesregierung nicht alles unternimmt, um die mit Fristverträgen einher gehende berufliche und soziale Unsicherheit dieser Beschäftigten zu vermeiden und bei Schülerinnen und Schülern sowie Eltern für mehr Sicherheit und Verlässlichkeit zu sorgen", kritisierte Hammer.

Die meisten Beschäftigten mit Fristverträgen im Schuldienst werden nach Auskunft der GEW nur in Teilzeit beschäftigt und etliche Verträge endeten zum Schulhalbjahr oder mit Beginn der Sommerferien. Viele so beschäftigte Lehrkräfte kämen mit ihrem Gehalt finanziell kaum über die Runden. Obwohl sie zumeist gute Arbeit ablieferten und bei Schülerinnen und Schülern sowie Eltern beliebt seien, sei die Zukunft für die meisten unsicher. Nicht wenige arbeiteten so bereits mehrere Jahre lang, ohne Perspektive und Planungssicherheit für ihre berufliche Zukunft. Auch den Schulen und Kollegien werde durch diese Praxis die Planungssicherheit genommen.

Die GEW sieht die inzwischen erfolgte Einrichtung eines Vertretungspools positiv und als einen Schritt in die richtige Richtung. Doch allein die Zahl von nach wie vor 2.000 Vertretungsverträgen in Rheinland-Pfalz mache deutlich, dass 200 feste Planstellen für Vertretungsfälle, verteilt über die Schularten, viel zu wenig seien. Hammer fordert die Landesregierung, die sie tragenden Parteien und das Bildungsministerium auf, zügig weitere Planstellen für Vertretungslehrkräfte zu schaffen und die notwendigen Mittel dafür in den Landeshaushalt einzustellen. Die Gewerkschaft werde mit allen Mitteln gegen die "Hire- und Fire-Mentalität", die einer solchen Vertretungsvertragspraxis zugrunde liege, vorgehen und die Betroffenen dabei unterstützen, ihren Protest dagegen zum Ausdruck zu bringen, soweit möglich auch rechtliche Schritte einzuleiten.

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