Behörde für Schule und Berufsbildung plant Änderungen bei der Lehrerarbeitszeit

Die Behörde für Schule und Berufsbildung plant zum Schuljahresbeginn 2010/11 verschiedene Änderungen des Lehrerarbeitszeitmodells. Neben der Entlastung für ältere Lehrkräfte und Berufseinsteiger soll damit die Berechnung der Arbeitszeit an die geänderten Ansprüche an Fortbildung und Teambildung sowie an die Anforderungen der neuen Schulformen Primarschule, Stadtteilschule und Gymnasium angepasst werden. "Mit den geplanten Änderungen können wir trotz der schwierigen finanziellen Lage der Stadt ältere Lehrerinnen und Lehrer sowie Berufseinsteiger entlasten und die Lehrkräfte bei der Umsetzung der Reformen unterstützen", sagt Bildungssenatorin Christa Goetsch.

15.12.2009 Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Faktoränderungen
Der Unterricht in den Klassen 1 bis 3 wird im Modell zur Lehrerarbeitszeit mit dem Faktor 1,35 verrechnet. In den Klassen 4 bis 6 gilt der Faktor 1,4 und in den Klassen 7 bis 10 der Durchschnittsfaktor 1,5. Für jede Unterrichtsstunde wird die Arbeitszeit berechnet, die sich nach Multiplikation mit dem betreffenden Faktor ergibt.

Berufseinstiegsphase
Für Berufseinsteiger entfällt in den ersten beiden Dienstjahren die wöchentlich einstündige Vertretungspflicht. Diese jährlich 38 Stunden stehen den neuen Lehrerinnen und Lehrern für die Teilnahme am Programm für die Berufseinstiegsphase des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung zur Verfügung.

Entlastung für ältere Lehrkräfte
Für Lehrkräfte ab 60 Jahre wird die wöchentliche Arbeitszeit um zwei Stunden auf 44,57 Stunden abgesenkt, das ist etwas mehr als eine Unterrichtsstunde.

Unterrichtsentwicklung, Fortbildung und Teambildung
Zur Unterstützung für die Arbeit in den Einstiegsklassen 4 und 7, mit denen die Schulreform ab dem Schuljahr 2010/11 in den Schulen startet, erhalten die Schulen zusätzliche Lehrerstunden, die den Lehrkräften des Jahrgangs für die Umsetzung des individualisierten Unterrichts sowie für Fortbildung und Teambildung zur Verfügung stehen. Von der Maßnahme profitieren diejenigen, die jeweils in den Jahren 2010/11; 2011/12 und 2012/13 in Klasse 4. und 7 starten. Jedes Team erhält im ersten Jahr durchschnittlich 3 Stunden in der Woche oder 0,5 Stunden pro Lehrkraft, im zweiten Jahr durchschnittlich 1,8 Stunden in der Woche oder 0,3 Stunden pro Lehrkraft.

Förderunterricht – Förderplan
Die durch Verzicht auf Wiederholungen erwirtschafteten Ressourcen bleiben den Schulen für individuelle Fördermaßnahmen erhalten, beginnend mit den Jahrgangstufen 1, 4 und 7 ab dem Schuljahr 2010/11. Sie dienen dem Förderunterricht in kleinen Gruppen. Dieser Förderunterricht wird mit dem Faktor des Regelunterrichts angerechnet.

Transparenz
Die Schulleitungen werden verpflichtet, die Zeitenvergabe nach dem Lehrerarbeitszeitmodell in der Schule gegenüber dem Schulpersonalrat und der Schulkonferenz transparent darzustellen und zu erläutern. Dabei bleibt vorgegeben, dass Unterricht 75 Prozent der Arbeitszeit einnimmt.

Veränderte Stundentaktung
Vorgeschlagen wird die Einführung von Unterrichtsstunden von 60 oder 90 Minuten Länge. Diese Maßnahme führt zu einer Veränderung der Unterrichtsmethodik zugunsten von Selbstlernphasen der Schülerinnen und Schüler, sie vermindert zugleich den Vorbereitungsaufwand der Lehrkräfte.

Insgesamt plant die Bildungsbehörde, strukturell 191 Stellen sowie temporär 130 Lehrerstellen zur Steigerung der Arbeitsqualität einzusetzen. Damit werden auch zusätzliche Ressourcen für die Umsetzung der Schulreform in die Schulen gebracht und die Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung der Reformschritte unterstützt. Dabei ist geplant, aus den Rückstellungstiteln für die Schulreform, die im Haushalt 2009/10 eingestellt sind, insgesamt 217 Stellen zu finanzieren. 104 Stellen sollen über Effizienzgewinne finanziert werden, indem vorhandene Ressourcen anderes eingesetzt werden und innerhalb des Systems umgeschichtet wird.


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