Beim Übertritt nichts Neues: Eltern haben nichts zu melden

Im "Samstalk" bei Antenne Bayern versicherte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle wieder einmal, dass Eltern künftig die Verantwortung für die Schullaufbahn ihrer Kinder tragen. Das sieht der Bayerische Elternverband (BEV) anders. Von mehr Elternverantwortung beim Übertritt könne keine Rede sein, sagte die stellvertretende Vorsitzende des BEV, Ulrike Stautner. Nach wie vor hänge der Übertritt von Noten ab. Wenn der Notendurchschnitt fürs Gymnasium nicht reiche, müsse das Kind in den Probeunterricht, soweit bleibe alles beim Alten. Besteht es den Probeunterricht, dürfe es - wie bisher - ins Gymnasium. Einziger Unterschied: Künftig gilt der Probeunterricht mit zweimal Note vier als bestanden, derzeit darf es höchstens eine Vier sein.

08.03.2009 Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Auf die Frage einer Hörerin, ob Eltern ihr Kind auch dann ins Gymnasium schicken dürfen, wenn es den Probeunterricht nicht bestanden hat, erklärte der Minister, das könne er keinesfalls verantworten. "Herr Spaenle entscheidet mit einer Notengrenze, welche Schule ein Kind besuchen darf", sagt Ulrike Stautner. "Eltern dürfen nur mitreden, wenn sie seiner Meinung sind." Wenn Spaenle das als gestärkten Elternwillen bezeichne, versuche er Eltern und Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen.

Der BEV fordert gegen den unerträglichen Stress beim Übertritt längeres gemeinsames Lernen. Weil sich ein Schulsystem nicht von heute auf morgen umbauen lässt, schlägt er als preiswerte und schnelle Zwischenlösung vor, die Entscheidung über die Schullaufbahn allein den Eltern zu überlassen. "Sie müssen schließlich die Verantwortung tragen", sagt Stautner, "da sollen sie die Schule wenigstens selbst wählen."


Der BEV ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.


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