Berlin-Mitte: Schüler fliehen aus vernachlässigten Schulen

(redaktion) In einem sogenannten Brandbrief haben laut tagesspiegel.de Schulleiter aus Berlin-Mitte die Missstände an den Schulen des Bezirks angeprangert. Soziale Probleme und Geldmangel hätten dazu geführt, dass sie zurzeit den vom Berliner Schulgesetz auferlegten Bildungsauftrag "nicht mehr guten Gewissens erfüllen können", schrieben die Schulleiter Mitte Dezember an Bezirksbürgermeister Christian Hanke, den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und Bildungssenator Jürgen Zöllner (alle SPD). Angesichts der Probleme würden immer mehr gute Schüler den Bezirk oder das öffentliche Schulsystem verlassen.

12.01.2009 Berlin Artikel

Die Schulleiter führten an, so tagesspiegel.de, dass die bauliche Unterhaltung der Schulen in dem Bezirk nicht einmal dem normalen Standard entspreche. Vor dem Hintergrund eines Investitionsrückstands von mehr als 900 Millionen Euro seien die angekündigten Mittel des Senats in Höhe von 50 Millionen Euro "nur ein Tropfen auf den heißen Stein". In dem Brief wird auch auf die problematische Sozialstruktur des Bezirks Mitte mit einer hohen Kriminalitätsrate, zahlreichen sozial benachteiligten Familien und vielen Schülern aus Einwandererfamilien hingewiesen.

Die Integrationsproblematik müsse endlich ernst genommen und alss vordringliche Aufgabe aller Bildungseinrichtungen behandelt werden, fordern die Schulleiter. Die besondere Situation von Berlin-Mitte verlange bei den finanziellen Zuwendungen eine stärkere Förderung als die weniger belasteten Bezirke. Auch die bauliche Unterhaltung der Schulen müsse nachhaltig gesichert werden.

Vertreter der Opposition haben, so tagesspiegel.de, aus Anlass dieses Briefes mehr Geld für Schulen in Problemkiezen gefordert. Die Berliner GEW-Landeschefin Seggelke sprach von einer neuen Qualität, wenn alle Schulleiter eines Bezirkes einen solchen Brief schrieben. Der Senat müsse sich nun schnell mit ihnen zusammensetzen und gegensteuern.

Bildungssenator Zöllner kündigte an, dass er sich mit Vertretern der Schulleiter aus Berlin-Mitte in zehn Tagen treffen werde. Die Schulleiter sprächen in ihrem Brief Probleme an, die der Senator grundsätzlich auch sehe.


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