BEV fordert verpflichtendes 10. Schuljahr

Der BEV wiederholt seine Forderung nach einer zehnjährigen Schulpflicht. Ulrike Stautner, die stellvertretende Landesvorsitzende des BEV: "Neun Jahre genügen nicht, um Schüler und Schülerinnen für die Ansprüche der Ausbildungsbetriebe fit zu machen. Nicht ohne Grund wiederholen mehr als zehn Prozent die neunte Klasse freiwillig, um einen besseren Abschluss zu erreichen."

21.04.2009 Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Nicht nur in Bayern habe sich gezeigt, dass die Hauptschule keine Zukunft hat, weil sie Jugendliche für den Arbeitsmarkt nicht rüsten kann. Der BEV ist davon überzeugt, dass die jüngst vom Kultusministerium angekündigten Maßnahmen zur "vertieften Berufsorientierung" daran nichts ändern werden. Ausbildungsreife umfasse auch Fähigkeiten und Tugenden, die berufsunspezifisch alle Jugendlichen für eine Ausbildung mitbringen sollen, die also vorab vorhanden sein müssen. Dazu gehören Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz. "Ein zehntes Pflichtschuljahr würde ausreichend Zeit bieten, die fehlenden Kompetenzen zu erwerben", sagt Stautner. "Es ist völlig unbegreiflich, dass ausgerechnet die jungen Menschen, die für einen erfolgreichen Start in den Beruf am schlechtesten gerüstet sind, am kürzesten gefördert werden."

Der Bayerische Elternverband sieht das wesentliche Problem im vielgliedrigen Schulsystem. Schon beim Übertritt nach der 4. Klasse würden die Weichen für die Berufsausbildung gestellt. Die vom Kultusministerium hoch gepriesene Durchlässigkeit zwischen den Schularten gebe es in der Praxis in den meisten Fällen nicht oder nur nach unten. Der BEV, der schulartübergreifend Eltern und ihre Kinder vertritt, fordert für das bestehende bayerische Schulsystem die Einführung eines verpflichtenden 10. Schuljahres und setzt auf eine baldige grundlegende echte Reform des Bildungswesens, die eine Schule für alle zum Ziel hat.


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