Bildungsausschuss stärkt Sexualpädagogik
Der Bildungsausschuss des Landtags hat die Pläne des Sozial- und Kultusministeriums zurückgewiesen, keine externen Fachberaterinnen mehr im Sexualkundeunterricht der Grundschulen einzusetzen. Auf Antrag der Grünen fordert der Ausschuss die Staatsregierung vielmehr auf, auch in Zukunft Mittel für den Einsatz externer Fachleute bereit zu stellen.
18.06.2010 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen"Nicht zuletzt die aktuelle Debatte um sexuellen Missbrauch zeigt, wie wichtig es ist, Kinder schon frühzeitig aufzuklären und sie zu sensibilisieren", sagte der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. Es sei deshalb pädagogisch völlig verfehlt, wenn Sozial- und Kultusministerium hier den Rotstift ansetzen und die Aufklärungsarbeit künftig ausschließlich den Grundschullehrerinnen und –lehrern aufbürden wollten. "Gerade Fachleute aus der Sexualberatung haben eine hilfreiche professionelle Distanz und können bei so einem sensiblen Thema eine optimale Entlastung und Ergänzung für die Lehrerinnen und Lehrer darstellen", betont Thomas Gehring. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, warum die Staatsregierung diese erfolgreiche und von den Schulen massiv nachgefragte Kooperation mit Organisationen wie Pro Familia und anderen aufgeben wolle. "Es ist sehr kurzsichtig, hier eine wertvolle Präventionsarbeit zu schwächen, nur weil man sich mit den Sexualberatungsstellen offenbar nicht über die Höhe der Förderung einig wird", kritisierte Thomas Gehring. "Wir sind froh über dieses klare Signal des Bildungsausschusses und erwarten nun nachdrücklich, dass auch der Haushaltsausschuss keine Steine in den Weg legt."
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