Saarland

Bildungsminister Ulrich Commerçon: "Schulfahrten müssen allen Schülerinnen und Schülern offenstehen."

Außerordentliche Schulveranstaltungen wie Schulwanderungen, Lehrfahrten oder Schullandheimaufenthalte leisten einen wichtigen Beitrag zur Bildungs- und Erziehungsarbeit. Mit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ändern sich nun die Rahmenbedingungen von Klassenfahrten und die damit verbundenen Reisekostenansprüche der begleitenden Lehrkräfte. Die saarländischen Regelungen zu Klassenfahrten befinden sich derzeit unter rechtlichen, haushälterischen und pädagogischen Aspekten zur Überprüfung im Ministerium für Bildung und Kultur.

11.05.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Bei unseren Überlegungen haben wir aber nicht nur die Lehrkräfte oder unseren angespannten Haushalt im Blick, sondern vor allem auch die Schülerinnen und Schüler", sagt Bildungsminister Ulrich Commerçon. "Wir haben die Chance, Klassenfahrten in vernünftige Bahnen zu lenken: Kostenintensive Schulfahrten wie Reisen zu exklusiven Zielen im Ausland führten in der Vergangenheit dazu, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen konnten, weil Familien sich das schlicht nicht leisten konnten." Viel wichtiger sei aber, das Gemeinschaftsgefühl aller in einer Schulklasse zu fördern: "Schulfahrten müssen allen Schülerinnen und Schülern offenstehen", so Ulrich Commerçon.

Die Befürchtung, dass mit den Reisekostenansprüchen der Lehrkräfte viele Klassenfahrten künftig nicht stattfinden werden, teilt der Bildungsminister nicht. Denn den wertvollen pädagogischen und gemeinschaftsbildenden Aspekt von Klassenfahrten sieht der Minister auch in ortsnahen und damit günstigeren Landschulheimaufenthalten gegeben: "Wir haben sechs Schullandheime im Saarland, die viel Erfahrung mit Klassenaufenthalten bieten. Wenn noch mehr Schulkassen diese besuchen, stärken wir auch unsere Region und senken zudem die Kosten für die Familien", so Ulrich Commerçon.

Um Lehrkräften bis zum Abschluss der Prüfungen Rechtssicherheit zu geben, wurden die Schulen mittels Rundschreiben über eine ab sofort geltende Übergangsregelung informiert.

Wesentliche Regelungen auf einen Blick:

Lehrerinnen und Lehrer erhalten bei Aufenthalten in bestimmten Schullandheimen – Einrichtungen im Saarland und Departement Moselle – eine Reisekostenvergütung.

Sonstige Fahrten dürfen künftig nur genehmigt werden, wenn die Kosten je begleitender Lehrkraft 50 Euro nicht überschreiten oder die darüber hinausgehenden Kosten durch Drittmittel gedeckt sind.

Fahrten mit sportlichem Schwerpunkt, Internationale Begegnungen und Fahrten aus besonderem Anlass dürfen nur noch genehmigt werden, wenn die Kosten je begleitender Lehrkraft 100 Euro nicht überschreiten oder die darüber hinausgehenden Kosten durch Drittmittel gedeckt sind und die Gesamtkosten der Veranstaltung insbesondere im Hinblick auf die finanzielle Belastung der betroffenen Familien angemessen sind.


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