Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave genehmigt Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen für das kommende Schuljahr 2009/10

In Schleswig-Holstein werden zum kommenden Schuljahr 2009/10 weitere Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen an den Start gehen. "Wir genehmigen heute 41 Gemeinschaftsschulen und 22 Regionalschulen.", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (4. Februar) in Kiel. Sie lobte vor allem die pädagogischen Konzepte der beantragenden Schulen. Die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort hätten sich offensichtlich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie alle Schülerinnen und Schüler optimal fördern können. "Eines wird sehr deutlich: Städte, Gemeinden, Schulverbände und Kreise im ganzen Land arbeiten gemeinsam mit allen Beteiligten an einem möglichst attraktiven Bildungsangebot - auch um ihren Standort insgesamt zu stärken und fit für die Zukunft zu machen."

04.02.2009 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die neuen Regional- und Gemeinschaftsschulen sind zum Teil organisatorisch mit einer Grundschule oder einem Förderzentrum verbunden. Damit kann an vielen Orten ein durchgängiges pädagogisches Konzept von der 1. bis zur 10. Klasse umgesetzt werden. Zwei Regionalschulen (St.-Peter-Ording und Gettorf) sind mit einem Gymnasium verbunden. Ziel sei es, dass alle Schülerinnen und Schülern die Chance auf einen möglichst hohen Abschluss erhalten. Die Schlüssel dazu seien längeres gemeinsames Lernen und die individuelle Förderung nach ihren jeweiligen Lernvoraussetzungen.

"Ich danke den Schulen für die sehr gute Vorarbeit. Insgesamt erfüllen ihre pädagogischen Konzepte in vorbildlicher Weise, was Schulgesetz und die Bildungsvorgaben der KMK fordern", so Erdsiek-Rave weiter. Alle Konzepte legten Schwerpunkte auf konkrete Wege der individuellen Förderung, selbstständiges Arbeiten, Lerntechniken, fächerübergreifende Projekte, aber auch Berufsorientierung und Ganztagskonzepte, die sinnvoll auf den Unterricht Bezug nehmen.

Im Bildungsministerium waren insgesamt 66 Anträge zum Schuljahr 2009/10 zu bearbeiten - 42 für Gemeinschaftsschulen, 24 für Regionalschulen. Drei dieser Anträge können derzeit nicht genehmigt werden. Die Gemeinschaftsschule in Leezen sowie die Regionalschulen in Rickling und Kappeln konnten bereits im vergangenen Jahr wegen deutlich zu geringer Anmeldezahlen nicht starten. Erdsiek-Rave: "Da sich die Voraussetzungen an diesen Standorten nicht entscheidend verändert haben, können wir den Anträgen nur dann stattgeben, wenn zum April die jeweilige Mindestanmeldezahl erfüllt wird."

Neben den pädagogischen Konzepten waren bei den Genehmigungen vor allem zwei Kriterien entscheidend: die Mindestgrößen und die Schulentwicklung in der Region.

Um die dauerhafte Größe und Lebensfähigkeit sicherzustellen, müssen die jeweiligen Mindestgrößen (240 Schüler/innen für eine Regionalschule, 300 Schüler/innen für eine Gemeinschaftsschule) auch langfristig erreicht werden können. Dafür müssen die Gemeinschaftsschulen mindestens 60 Anmeldungen für den neuen 5. Jahrgang vorweisen, bei Regionalschulen sind es 45 Anmeldungen. Stichtag für den Nachweis durch die Schulträger ist der 3. April 2009. Erfüllt eine Gemeinschaftsschule diese Vorgaben nicht, wird geprüft, ob sie dennoch eine Zukunftsperspektive hat. Ist das nicht der Fall, wird die Genehmigung wieder zurückgezogen. Bei den genehmigten Regionalschulen unterliegen lediglich fünf Genehmigungen mit einer besonders geringen Gesamtgröße (Gotthard-Kühl-Schule/Lübeck, Hermann-Löns-Schule/Kiel, Max-Tau-Schule/Kiel, Timmendorfer Strand, Schwarzenbek) diesem Widerrufsvorbehalt.

Zudem sind die Schulentwicklungsplanungen der Schulträger und die Schulentwicklungsplanungen der Kreise mit in die Genehmigungsentscheidungen eingeflossen. Alle Schulträger haben Planungen vorgelegt, um eine dauerhafte Überlebensfähigkeit der neuen Schule zu begründen. Diese sind durch eigene Berechnungen des Ministeriums überprüft worden. Erdsiek-Rave wies darauf hin, dass der mit dem Schulgesetz beabsichtigte Konzentrationsprozess im Land voranschreite. Vielerorts seien neue Schulträger und Schulverbände gegründet worden. Die 63 neuen Schulen entstehen aus 102 bestehenden Schulen.

Die Bildungsministerin betonte, dass der Umbau des Schulsystems bereits weiter vorangeschritten ist als zu Beginn des Prozesses erwartet. "Zum kommenden Schuljahr werden wir insgesamt 96 Gemeinschaftsschulen und 56 Regionalschulen haben. In der letzten Stufe des Umbaus zum Schuljahr 2010/11 muss nur noch rund ein Viertel der ursprünglichen Haupt- und Realschulen umgewandelt werden", sagte sie. "Dann werden auch an den letzten Standorten mit diesen Schularten automatisch Regionalschulen oder auf Antrag Gemeinschaftsschulen entstehen. Zudem werden die Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickelt."

Anlage:
Schulliste (PDF)


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