Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave: "Gute Schule ist gemeinsam machbar"

Bei einer Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung unter der Überschrift "Gemeinsam gute Schule machen!" hielt Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (25. April) in Neumünster ein Plädoyer für das längere gemeinsame Lernen. "Wir brauchen eine Schule, die individuell fördert, die sich an den Stärken der Kinder orientiert, die Unterschiedlichkeit als Chance nutzt. Wir müssen weg von der Devise: Wer nicht mitkommt, der gehört nicht hierher."

26.04.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Ministerin wies darauf hin, dass es derzeit eine viel zu große Risikogruppe gebe, dass die Zahl der Wiederholungen und der Schulabgänger ohne Abschluss viel zu hoch sei, während andererseits die Quote der höheren Bildungsabschlüsse zu niedrig sei im internationalen Vergleich. "Die Konsequenz lautet: längeres gemeinsames Lernen." Das neue Schulgesetz von Schleswig-Holstein habe mit der Regionalschule und der Gemeinschaftsschule zwei Schularten geschaffen, die diesen Gedanken berücksichtigten. Die Ministerin betonte: "Wir haben auch in Deutschland schon sehr gute Erfahrungen mit längerem gemeinsamen Lernen gemacht, auf die wir nun aufbauen können." Sie nannte als Beispiele die Gesamtschulen, die verbundenen Systeme von Haupt- und Realschulen aber auch die binnendifferenzierte Arbeit an den Grundschulen. Auch in anderen Bundesländern werde mittlerweile dieser Weg beschritten und diese Länder hätten bei PISA besser als Schleswig-Holstein abgeschnitten.

Erdsiek-Rave hob aber auch hervor: "Die Strukturfrage darf sich nicht verselbständigen. Mehr Bildungserfolg, mehr Bildungsbeteiligung und höhere Bildungsabschlüsse können nur erreicht werden, wenn strukturelle Veränderungen mit Veränderungen im Unterricht einhergehen." Mit dem Schulgesetz habe die Landesregierung den Rahmen geschaffen. Doch eine gute Schule könne nicht "von oben" verordnet werden. "Wir brauchen gute Beispiele, denn gute Schule ist machbar."


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