Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave: Trend zu höheren Abschlüssen setzt sich unabhängig von Schulartempfehlungen fort

In Schleswig-Holstein setzt sich der Trend zu höheren Schulabschlüssen fort. Im laufenden Schuljahr besuchen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der rund 28.500 Fünftklässler eine Schule, die direkt zum Abitur führt, also ein Gymnasium (40 Prozent), eine Gemeinschaftsschule (18 Prozent) oder eine Gesamtschule (10 Prozent). Der Anteil der Regionalschulen liegt bei 7 Prozent, die Realschulen kommen auf 18 Prozent und die Hauptschulen auf 7 Prozent.

25.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Der seit Jahren beobachtete Zulauf an den Gymnasien hält weiter an. Und der große Zuspruch für die Gemeinschaftsschulen und Gesamtschulen zeigt, dass die Eltern Angebote für längeres gemeinsames Lernen und die damit verbundenen besseren Bildungschancen für ihre Kinder gerne annehmen", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (23. März). "Durch diese Entwicklung sehen wir uns in der Entscheidung für die neuen Schularten Gemeinschaftsschule und Regionalschule bestätigt, die beide einen besseren Rahmen für mehr individuelle Förderung bieten."

In diesem Zusammenhang betonte die Ministerin, dass gerade die Gemeinschaftsschule das Ziel verfolge, mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Abschlüssen und bis zum Abitur zu führen - und zwar unabhängig von der Schulartempfehlung am Ende der Grundschule. "Die Empfehlungen sind lediglich eine Entscheidungshilfe für die Eltern bei der freien Schulwahl. Es geht doch gerade um den Anspruch der neuen Schulformen, das einzelne Kind ohne diesen Hintergrund zu sehen und möglichst viel aus ihm herauszuholen. Es steht keinem Kind im Alter von zehn Jahren auf die Stirn geschrieben, welchen Schulabschluss es eines Tages erreichen kann." Auch deshalb verzichteten bereits viele Eltern, deren Kinder eine mit einer Gemeinschule verbundene Grundschule besuchen, auf Übergangsempfehlungen (Die Schüler/innen ohne Empfehlung sind in der Tabelle im Anhang unter "Sonstiges" berücksichtigt.).

In diesem Zusammenhang wies Erdsiek-Rave darauf hin, dass in den vergangenen zehn Jahren mehr als die Hälfte aller Gesamtschulabiturienten ursprünglich eine Schulübergangsempfehlung für die Realschule (47 Prozent) oder für die Hauptschule (5 Prozent) hatte. Insgesamt hätten im selben Zeitraum 33 Prozent aller Abgängerinnen und Abgänger die Gesamtschule mit dem Abitur und 3 Prozent mit der Fachhochschulreife abgeschlossen, obwohl nur 21 Prozent von ihnen ursprünglich mit einer Gymnasialempfehlung auf die Gesamtschule gewechselt waren.

Man müsse berücksichtigen, dass die neuen Schularten sich in der Aufbauphase befänden und fast alle aus bestehenden Real- bzw. Hauptschulen entstehen. "Ähnlich wie in der Anfangszeit der Gesamtschulen wird sich erst herumsprechen müssen, dass Gemeinschaftsschulen eine gute Alternative auch für gymnasialempfohlene Kinder sind, die den neunjährigen Weg zum Abitur gehen wollen", sagte Erdsiek-Rave. Das gelte umso mehr nach der Einführung des achtjährigen Abiturs (G8) an allen Gymnasien.


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