Böhmer: "Erste Erfolge machen Mut und spornen an, eingeleitete Maßnahmen konsequent umzusetzen"

"Der Indikatorenbericht bestätigt den Kurs der Bundesregierung in der Integrationspolitik. Wir haben seit 2005 die richtigen Schritte eingeleitet. Die Maßnahmen des Nationalen Integrationsplans zeigen erste Erfolge. Unser Ziel haben wir jedoch noch lange nicht erreicht." Das erklärte Staatsministerin Maria Böhmer zum Ersten Integrationsindikatorenbericht, den das Bundeskabinett heute zustimmend zur Kenntnis genommen hat. "Der Bericht belegt eindrucksvoll: Wir sind auf dem richtigen Weg. So hat sich beispielsweise die Situation der in Deutschland geborenen Migrantinnen und Migranten in vielen Bereichen verbessert. Sie unterscheiden sich damit von den Migranten der "ersten Generation", die selbst zugewandert sind und teilweise noch erhebliche Integrationsprobleme haben", betonte Böhmer.

10.06.2009 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Der Indikatorenbericht untersucht den Stand und den Verlauf der Integration in Deutschland von 2005 bis 2007. Er wurde unter wissenschaftlicher Leitung des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik in Köln und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung erstellt. Der Bericht knüpft an ein Set von 100 Integrationsindikatoren an, das das Bundeskabinett im Juni vergangenen Jahres verabschiedet hat. Das Indikatorenset beinhaltet 14 Themenfelder, u.a. die Bereiche Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt, soziale Integration und Einkommen, gesellschaftliche Integration, Wohnen, Gesundheit, Mediennutzung und Kriminalität.

Laut Indikatorenbericht konnten vor allem im Bildungsbereich Fortschritte erzielt werden. So sank die Zahl der ausländischen Schulabbrecher von 17,5 Prozent im Jahr 2005 auf 16,0 Prozent 2007. Bei den in Deutschland geborenen Kindern aus Zuwandererfamilien liegt der Anteil 2007 mit 2,2 Prozent bereits unter dem Niveau für die Gesamtbevölkerung (2,3 Prozent). "Diese Zahlen machen Mut und belegen: Bildungsfortschritte sind möglich. Zugleich dürfen wir bei unseren Bemühungen nicht nachlassen. Bildung ist der Schlüssel für Integration und zugleich das Schutzschild gegen Arbeitslosigkeit. Deshalb ist es wichtig, dass die Länder ihre im Nationalen Integrationsplan gemachten Zusagen einhalten und insbesondere Schulen mit einem Migrantenanteil speziell fördern", erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Wichtig für einen Bildungserfolg der Migranten ist die Beherrschung und die Anwendung der deutschen Sprache, insbesondere auch im Elternhaus. Denn laut Indikatorenbericht können die weniger erfolgreichen Schulkarrieren von Jugendlichen mit Migrationshintergrund teilweise darauf zurückgeführt werden, dass im Haushalt nicht deutsch gesprochen wird, die Eltern ein geringes Bildungsniveau sowie eine geringe Bildungsorientierung aufweisen.

Deshalb sei die große Resonanz auf die Integrationskurse des Bundes umso erfreulicher, sagte Maria Böhmer. Mehr als eine halbe Million Menschen hätten sich seit 2005 entschieden, in den Kursen Deutsch zu lernen. Laut Indikatorenbericht haben mehr als zwei Drittel der Prüfungsteilnehmer den Sprachkurs erfolgreich bestanden. "Über diesen großen Erfolg freue ich mich sehr. Denn er zeigt: Immer mehr Migranten erkennen, wie wichtig es ist, die deutsche Sprache zu beherrschen. Ohne Sprachkenntnisse ist man nur Zaungast in unserem Land", so Böhmer.

Fortschritte gibt es auch in anderen Themenfeldern wie Bürgerschaftliches Engagement und Wohnen. Migranten, die in Deutschland geboren wurden, sind fast genauso häufig ehrenamtlich tätig wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Außerdem besitzen immer mehr von ihnen Wohneigentum. Noch keine Erfolge konnten bisher auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gemacht werden. Jugendliche aus Zuwandererfamilien haben es nach wie vor deutlich schwerer als gleichaltrige Einheimische, einen Ausbildungsplatz zu finden. Die Arbeitslosenquote von Ausländern war 2007 mit 20,3 Prozent etwa doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. "Dies ist ein deutliches Signal, unsere Anstrengungen mit aller Kraft zu intensivieren. Wir müssen die Qualifikationen der Migranten wie Mehrsprachigkeit und kulturelle Kompetenzen noch stärker hervorheben. Jeder Einzelne hat seine Chance verdient, unabhängig von seiner Herkunft", betonte Böhmer.

Die Staatsministerin hob die Bedeutung des Indikatorenberichts für die Integrationspolitik hervor. "Dank der vorliegenden Ergebnisse können wir unsere Politik jetzt noch wirkungsvoller gestalten. Im kommenden Jahr wollen wir einen zweiten Indikatorenbericht in Auftrag geben. Dadurch wird deutlich: Für die erfolgreiche Gestaltung von Integrationspolitik sind Indikatoren mittlerweile unerlässlich", so Böhmer.

Der komplette Integrationsindikatorenbericht ist auf unserer Internetseite abrufbar.


Weiterführende Links

  • Integrations-Indikatorenbericht

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