Deutsche sind Mittelmaß in der Bildung
(bikl / iwd) In den meisten Industrieländern hat der Anteil der jungen Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen seit 1991 deutlich zugelegt – in Deutschland dagegen stagniert er. Nach wie vor dominieren hierzulande mittlere Qualifikationen, also Abitur und Berufsausbildung.
21.10.2004 ArtikelGestiegener Anteil der Schulabgänger von Haupt- oder Realschulen
Deutschland ist das einzige Industrieland, in dem der Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit lediglich einem Haupt- oder Realschulabschluss als höchstem Bildungsabschluss seit 1991 gestiegen ist. Es gibt zudem mehr Schulabgänger ohne Abschluss bzw. junge Leute, die nach der Schule keinen Beruf erlernt haben. Dass die unteren bis mittleren Schulabschlüsse in anderen Ländern weniger verbreitet sind als elf Jahre zuvor, hat aber auch einen statistischen Grund: Manch ein Bildungsgang, der früher noch hierzu zählte, gehört heute zu den höheren Qualifikationen.
Berufsausbildung ist gut im internationalen Vergleich
Deutschlands Stärke ist unverändert die duale Berufsausbildung. Gut sechs von zehn 25- bis 34-Jährigen haben einen mittleren Bildungsabschluss – das heißt Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. beides. Ähnlich hohe Werte erreichen nur Länder wie die Schweiz und Dänemark, die ebenfalls über ein duales Berufsausbildungssystem verfügen.
Anteil der Hochschulabsolventen stagniert auf niedrigstem Niveau
Mit einem Anteil der Hochqualifizierten an der jüngeren Bevölkerung von gut einem Fünftel liegt Deutschland unter dem Durchschnitt der Industrieländer (28,5 Prozent). Vielerorts ist der Anteil der Bestausgebildeten annähernd doppelt so hoch – etwa in den USA, Finnland oder Schweden. Spitzenreiter ist allerdings Kanada, wo mehr als jeder zweite 25- bis 34-Jährige eine Top-Qualifikation vorweisen kann. Am stärksten Boden gutgemacht haben seit Anfang der neunziger Jahre Spanien und Südkorea. In Deutschland ist der Anteil hingegen weitgehend gleich geblieben – die schwächste Performance im OECD-Raum.
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