Erster gemeinsamer Bildungsbericht für die Länder Berlin und Brandenburg

Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht und Berlins Bildungssenator Prof. E. Jürgen Zöllner haben heute in Berlin gemeinsam mit Dr. Hans Anand Pant, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg e.V. (ISQ) sowie Prof. Dr. Ulrike Rockmann, Vorstand des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg, den ersten gemeinsamen Bildungsbericht für Berlin und Brandenburg präsentiert.

26.03.2009 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Berlins Bildungssenator Prof. E. Jürgen Zöllner würdigte die Bedeutung und die Ergebnisse der Auswertung: "Der Bericht zeigt als eine fundierte Bestandsaufnahme, wo Chancen und Herausforderungen für den Bildungsbereich liegen. Die dargelegten Zahlen sind deutlich und unbestechlich, mutmachend wie schonungslos zugleich.

Der Weg in den Ganztag – den übrigens beide Länder beispielhaft für Deutschland verfolgen – zeigt seine Erfolge. Stolz können wir auch auf die hohe Zahl von Abiturienten und Studenten sein, die sich deutlich von anderen Bundesländern abhebt. Berlin ist hier Motor der Bildungsrepublik Deutschland und der Zeit bereits ein gutes Stück voraus.

Berlin hat die Aufgabe, für junge Migranten bessere Chancen zu schaffen, erkannt. Die wichtigsten Antworten auf diese zentrale Herausforderung für die Zukunft der Stadt sind: Die Strukturreform mit flächendeckenden Ganztagsschulen auch im Bereich der weiter führenden Schulen, die frühe Sprachförderung und die signifikante Zusatzversorgung mit Lehrerstellen bei hohen Anteilen von Schülern nicht deutscher Herkunftssprache oder bei solchen mit Lernmittelbefreiung."

Auch Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht würdigte den gemeinsamen Bildungsbericht als weiteren wichtigen Schritt beim Zusammenwachsen der Bildungsregion Berlin-Brandenburg. "Neben dem gemeinsamen Bildungsserver, länderübergreifenden Instituten und den geplanten zentralen Prüfungen für die Schülerinnen und Schüler beider Bundesländer, arbeiten wir jetzt auch bei der Analyse der bildungspolitischen Herausforderungen eng zusammen", betont Rupprecht. "Der Bericht belegt, dass wir bei den Kita-Angeboten und insbesondere beim Ausbau von Ganztagsangeboten sowie bei den jüngsten Untersuchungen von Schulleistungen wie PISA und IGLU deutliche Fortschritte gemacht haben."

Es gebe aber auch nach wie vor große Herausforderungen, so der Bildungsminister. "Immer mehr Kinder wachsen in so genannten Risikolagen, d.h. in einem schwierigen familiären oder sozialen Umfeld auf. PISA hat uns gezeigt, dass wir trotz der insgesamt erfreulichen Leistungsverbesserungen, mehr als bisher darauf achten müssen, dass auch diese Kinder und Jugendlichen ausreichend gefördert und unterstützt werden." Zudem müsse auch der hohe Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss gesenkt werden, macht Rupprecht klar. "Wir setzen dafür insbesondere auf eine verbesserte individuelle Förderung, verstärkte Integrationsangebote für Förderschüler sowie auf die Stärkung der Oberschulen."

Der erste gemeinsame Bildungsbericht der Länder Berlin und Brandenburg wurde vom 2005 gegründeten Institut für Schulqualität Berlin-Brandenburg (ISQ) und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS) erarbeitet. Er geht auf Rahmenbedingungen von Bildungsprozessen in den beiden Ländern ein und beschreibt den Entwicklungsverlauf von der Elementarbildung bis zur Weiterbildung. Zielgruppe des 368 Seiten starken Berichts sind die Öffentlichkeit, Entscheidungsträger in Parlamenten, Städten und Kommunen, Schulleitungen, Bildungsverwaltung und alle, die sich für Bildungsprozesse und -ergebnisse interessieren. Der nächste Bildungsbericht ist für 2010 geplant.

Weitere Informationen gibt es unter www.statistik-berlin-brandenburg.de und www.isq-bb.de.


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