Hamburg

Erstmals Abitur an 12 Stadtteilschulen

Am Ende des Schuljahrs 2012/13 haben zwölf Stadtteilschulen erstmals Schülerinnen und Schüler zum Abitur geführt. Schulsenator Ties Rabe: "Ich freue mich sehr darüber, dass der Ausbau der Oberstufen an den Stadtteilschulen zügig vorangeht. Durch den Einsatz von Lehrkräften aller Schulformen gelingt es in der Stadtteilschule, gute Pädagogik und hohe Leistung zusammenzuführen. Die Stadtteilschule führt auf diese Weise viele Schülerinnen und Schüler zu Spitzenleistungen und gewinnt dadurch zusätzliche Akzeptanz. 427 Schülerinnen und Schüler konnten am Ende des laufenden Schuljahrs erstmals an ihrer Schule das Abitur ablegen." Um den Schulen für ihre erfolgreiche Arbeit zu danken, hat Senator Rabe in der letzten Woche fast alle Abiturfeiern der Schulen, in denen erstmals eine Abiturfeier stattfand, besucht.

19.06.2013 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Rund 50.600 Schülerinnen und Schüler lernen im Schuljahr 2012/13 an den 57 Hamburger Stadtteilschulen. 27 dieser Stadtteilschulen hatten bereits im Schuljahr 2010/11 eine eigene Oberstufe und eigene Abiturienten. Im Schuljahr 2011/12 wurde auch an der Stadtteilschule Lohbrügge erstmals das Abitur abgelegt. In diesem Schuljahr 2012/13 kamen gleich zwölf weitere Schulen hinzu:

  • Stadtteilschule Am Hafen, Neustadt (17 Abiturientinnen und Abiturienten)
  • Stadtteilschule Bahrenfeld (27)
  • Stadtteilschule Bergstedt (67)
  • Stadtteilschule Bramfeld (11)
  • Stadtteilschule Eidelstedt (51)
  • Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg, Neugraben-Fischbek (51)
  • Stadtteilschule Niendorf (53)
  • Stadtteilschule Öjendorf (9)
  • Stadtteilschule Poppenbüttel (50)
  • Stadtteilschule Richard-Linde-Weg, Lohbrügge (12)
  • Stadtteilschule Süderelbe, Neugraben-Fischbek (31)
  • Stadtteilschule Winterhude (48)

An diesen zwölf Stadtteilschulen waren 2010/11 ursprünglich 609 Schülerinnen und Schüler in die neu gegründeten Oberstufen aufgenommen worden, 427 haben jetzt erfolgreich die Abiturprüfungen abgelegt (70,1 Prozent). Die verbleibenden Schüler haben entweder die Schule gewechselt, den schulischen Teil der Fachhochschulreife abgeschlossen, die Klassenstufe wiederholt oder haben eine Ausbildung begonnen.

Im kommenden Schuljahr werden zusätzlich an der Stadtteilschule Lurup, der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule (Lurup), der Stadtteilschule Altrahlstedt und der Stadtteilschule Oldenfelde erstmals Schülerinnen und Schüler zum Abitur geführt.

Durchschnittlich hatten weniger als ein Drittel der Abiturientinnen und Abiturienten an den neuen zwölf Oberstufen nach der vierten Klasse eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Wie wenig verlässlich eine solche Empfehlung ist, zeigen die jetzt erlangten Abiturzeugnisse. So hatte einer der besten Abiturienten mit einem Abiturnotendurchschnitt von 1,0 am Ende der vierten Klasse keine Gymnasialempfehlung bekommen. Ein weiterer Abiturient mit einem durchschnittlichen Abitur hatte nach der vierten Klasse sogar eine Empfehlung für den Besuch einer Sonderschule bekommen. Senator Ties Rabe: "Schul- und Bildungswege sind sehr schwer vorherzusehen. Manche sind Frühstarter und geraten dann ins Straucheln.

Andere wachen erst sehr spät auf. Und wieder andere entfalten ihre Fähigkeiten nur unter behutsamer pädagogischer Anleitung. Deshalb brauchen wir eine Schulform, die auf solche Bildungswege die richtigen Antworten gibt: Die Stadtteilschule bietet mit ihrer Orientierung auf gute Pädagogik und gute schulische Leistung die richtige Antwort. Sie bietet vielen Kindern und damit auch unserer Stadt neue Chancen."

Viele Stadtteilschulen stärken ihre Oberstufen durch die Zusammenarbeit mit benachbarten Schulen, beispielsweise mit benachbarten Stadteilschulen, aber auch mit Gymnasien oder beruflichen Gymnasien. So führt die Stadtteilschule Richard-Linde-Weg in Lohbrügge zusammen mit dem benachbarten Gymnasium Bornbrook ihre Schülerinnen und Schüler zum Abitur, ähnlich verfahren die Stadtteilschule Öjendorf und das Kurt-Körber-Gymnasium in Billstedt sowie die Stadtteilschule und das Gymnasium Finkenwerder. Die Stadtteilschule Am Hafen (Neustadt) kooperiert in der Oberstufe dagegen mit dem Wirtschaftsgymnasium St. Pauli (Staatliche Handelsschule). Vier Bergedorfer Stadtteilschulen haben sogar einen gemeinsamen Oberstufenverbund gegründet und stimmen ihre jeweiligen Oberstufenangebote sorgfältig aufeinander ab. Senator Rabe: "Ich begrüße ausdrücklich solche Kooperationen zwischen den Schulen. Kooperationen erweitern die Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler und geben den einzelnen Schulen zugleich neue Impulse."

Senator Rabe weiter: "Der Ausbau der Oberstufen ist einer von mehreren Bausteinen, mit denen wir die Stadtteilschulen stärken. Weitere Bausteine sind zusätzliche Ganztagsangebote, zusätzliche Pädagoginnen und Pädagogen, die Entwicklung pädagogischer Konzepte, ein Unterstützungsprogramm für Stadtteilschulen in schwieriger Lage sowie die Weiterentwicklung der Berufs- und Studienorientierung als besonders attraktives Angebot der Stadtteilschule."

Weitere Daten zum Abitur 2013
(Stadtteilschulen, Gymnasien, Berufliche Gymnasien und Erwachsenenbildung):

  • Die Abiturdurchschnittsnote beträgt für die staatlichen und nichtstaatlichen Schulen in Hamburg insgesamt 2,5 (Vorjahr: 2,5).
    Die durchschnittliche Abiturnote liegt in diesem Jahr an Stadtteilschulen bei 2,6 (Vorjahr 2,6), an Gymnasien bei 2,3 (Vorjahr 2,4) und an Beruflichen Gymnasien 2,7 (Vorjahr 2,7).
  • Von den 8.825 Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe (einschl. nicht staatlicher Schulen), die zur schriftlichen Prüfung angetreten sind, haben 8.548 Schülerinnen und Schüler (= 96,8 %) das Abitur erworben (Vorjahr 8.206, 95,8%). Davon waren 7.970 Schülerinnen und Schüler an staatlichen und 578 Schülerinnen und Schüler an nicht staatlichen Schulen. (Vorjahr 7.699 bzw. 512).
  • Davon haben 2.616 Schülerinnen und Schüler an Stadtteilschulen (Vorjahr 1.905), 5.128 an Gymnasien (Vorjahr 5.041), 633 an Beruflichen Gymnasien (657) sowie 171 an anderen Schulen (Abend-, Aufbaugymnasium, Hansakolleg, Doppeltqualifizierender Bildungsgang) die Prüfungen bestanden (608).
  • 109 Schülerinnen und Schüler an 60 Schulen haben mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen (Vorjahr: 111). Die größte Zahl von 1,0er-Abiturienten hat in diesem Schuljahr das Helene-Lange-Gymnasium in Eimsbüttel (9).
  • Die größte Anzahl von Abiturienten gibt es in diesem Schuljahr am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, Poppenbüttel (147, für die Gymnasien), an der Goethe-Schule Harburg und an der Otto-Hahn-Schule, Jenfeld (jeweils 148 für die Stadtteilschulen).

(Vorläufige Daten der Abiturerhebung der Schulbehörde, Stand: 18.6.2013. Nicht berücksichtigt werden konnten die Daten der Stadtteilschule Bramfeld und der Rudolf-Steiner-Schule Bergedorf, da diese nicht vorlagen.)


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