FOCUS-Schuldatenbank: Focus hetzt Anwälte auf die GEW

Kaum hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag, 23.4.08 in einer Presseerklärung zum Boykott der FOCUS-Schuldatenbank aufgerufen, kam ein Fax von der Anwaltskanzlei Professor Schweizer aus München. Entgegen der GEW-Darstellung plane FOCUS kein Schulranking. "Zur Vermeidung von Weiterungen" solle die GEW diese Behauptung nicht mehr wiederholen.

23.04.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Uns freut natürlich, dass FOCUS kein Ranking plant. Es bleiben aber Fragen: Was will ein Zeitungsmagazin eigentlich mit einer Schuldatenbank? Und ist FOCUS bisher nicht mit Titelgeschichten wie "Die 500 besten Ärzte Deutschlands" hervorgetreten? Liegt es da jenseits der Vorstellungskraft, sich einen Titel "Deutschlands 500 beste Schulen vorzustellen, fragte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn am Mittwoch, 23.4.08 in Kiel.

"Wir wollen nicht, dass bei den Schulen Äpfel mit Birnen verglichen werden. Deshalb rufen wir weiterhin alle Schulen auf, die Umfrage zu boykottieren", so Matthias Heidn.

An die Bildungsministerin appellierte er noch einmal: "Frau Erdsiek-Rave, unterstützen Sie die FOCUS-Schuldatenbank nicht mit ministeriellen Daten! Sorgen Sie dafür, dass schulbezogene Leistungs- und Prüfungsdaten in den Schulportraits des vom Bildungsministerium verantworteten Bildungsportals nicht mehr im Internet veröffentlicht werden!"

Schulleiter und Personalräte an Schulen in Schleswig-Holstein erhielten in den vergangenen Tagen Post vom Magazin FOCUS-SCHULE. In einem umfangreichen Fragebogen fragt das Münchener Magazin detaillierte Informationen zu den einzelnen Schulen ab. Von Schülerzahlen über den Prozentsatz der Kinder mit Migrationshintergrund bis hin zu den Durchschnittsnoten bei Vergleichsarbeiten reicht das Interesse des Magazins. Auch ob die Lebensläufe der Lehrkräfte im Internet stehen, möchte der FOCUS wissen. Ziel ist es eine Schuldatenbank für Deutschland zu erstellen.

Verantwortlich: Bernd Schauer, 23.04.08
Bei Nachfragen erreichen Sie uns auch unter: 0174-1622326

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GEW Schleswig-Holstein

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