Förderlehrer als Schnäppchen

Während die CSU in Kreuth ein neues Bildungskonzept unter dem Motto "Qualität und Gerechtigkeit" schmiedet, wandert ein Gutteil der Personen, die genau hierfür ausgebildet wurden, aus Bayern ab. Fast 40 Prozent der frisch ausgebildeten Förderlehrer des letzten Prüfungsjahrgangs wurden trotz überwiegend guter Examina nicht in den Schuldienst übernommen.

16.01.2009 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Förderlehrer sollen dem auch vom Bayerischen Kultusministerium viel strapazierten Begriff "individuelle Förderung" Leben verleihen. Sie werden an Grund- und Hauptschulen dem Lehrer beigeordnet, um mit einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen von schwächeren oder besonders begabten Kindern zu arbeiten.

"Der Förderlehrer ist ein wirkungsvolles Instrument, jedes Kind gemäß seinem Potenzial zu fördern und schülerzentriert zu arbeiten.", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands e. V., Ulrike Stautner. "Wenn Bayern wirklich sein Defizit an Bildungsgerechtigkeit mit Volldampf aufholen möchte, muss jeder verfügbare Förderlehrer sofort eingesetzt werden!"

Bisher ist Bayern von einer flächendeckenden Versorgung mit Förderlehrern weit entfernt und setzt diese Kräfte nur an Brennpunktschulen ein. "Vor dem Hintergrund der restriktiven Einstellungspraxis muss sich der Freistaat auch die Frage gefallen lassen," so Ulrike Stautner, "warum in Freising derzeit ein zweites Ausbildungsinstitut errichtet wird, wenn nicht einmal die gut und teuer ausgebildeten Absolventen des Bayreuther Instituts eingestellt werden."

Als Schnäppchen zum Nulltarif werden sie von anderen Bundesländern, der Schweiz und Österreich mit Handkuss genommen!


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