Frust und Ärger bei Verwaltungsangestellten

Verwaltungsangestellte an bayerischen Schulen wollen sich mit einer Petition an den Landtag richten. "Unser Ziel ist es, auf die miserablen Arbeitsbedingungen bei schlechter Bezahlung aufmerksam zu machen", erklärt die Leiterin der Fachgruppe Verwaltungsangestellte im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Petra Müller, im Vorfeld der am Samstag stattfindenden Tagung in München. Angemeldet haben sich über 300 Verwaltungsangestellte aller Schularten aus ganz Bayern. Ärger und Frust sind groß: "Obwohl wir schon mehrfach auf unsere schwierige Situation hingewiesen haben, ist nichts geschehen", beklagt Müller. "Die Belastungen haben sich angesichts der Reformwut in den vergangenen Jahren sogar noch gesteigert." Unterstützung findet Müller in der BLLV-Vizepräsi­dentin Waltraud Lučić: "Verwaltungsangestellte leisten ungeheuer viel. Ohne sie wäre der Alltag in den Schulen gar nicht mehr zu stemmen - trotzdem werden sie mit einem Hungerlohn abgespeist."

05.02.2009 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

In der Petition, sie wird am Samstag allen Teilnehmern/innen zur Unterschrift vorgelegt, fordert die Landesfachgruppe Verwaltungsangestellte im BLLV den Bayerischen Landtag auf, die derzeit geltenden Zuteilungsrichtlinien zu ändern und damit die Situation der Verwaltungsangestellten an bayerischen Schulen zu verbessern. "Die Richtlinien, die für Realschulen gelten, müssen auch in allen Förder- sowie in allen Grund- und Hauptschulen gängige Praxis werden", fordert Müller und erklärt: "Schulleiterinnen und -leiter von Grund- und Hauptschulen mit 15 bis 22 Klassen müssen mit einer halben Kraft auskommen. Schulleiter/innen von Förderschulen steht bei 13 bis 18 Klassen ebenfalls eine halbe Kraft zur Verfügung. Bei den Realschulen erfolgt die Zuteilung anders: Sie bekommen bereits ab 10 Klassen eine halbe Kraft zugewiesen. "Wir wollen keine Neiddebatte", stellt Lučić klar. "Die Zuteilung, wie sie an Realschulen erfolgt, ist richtig und notwendig. Sie muss aber auch für Förder-, Grund- und Hauptschulen gelten." Müller ergänzte: "An vielen Schulen ist das Sekretariat nur an drei Wochentagen besetzt."

Die Kolleginnen - in der Regel sind es Frauen, die im Schulsekretariat beschäftigt sind - arbeiten am Limit ihrer Belastungsgrenze. Aufgrund zahlreicher Reformen wurden die Aufgaben der Schulleiter/innen immer mehr, parallel dazu stieg die Arbeitsbelastung in den Sekretariaten. "Trotzdem blieb die längst überfällige Aufstockung des Personals aus", kritisiert Müller. Sie sieht "dringenden Handlungsbedarf", zumal die Bezahlung der Verwaltungsangestellten nach wie vor dürftig ist. "Wir werden mit einem Hungerlohn abgespeist - dagegen wehren wir uns."

"Trotz der hohen Verantwortung, des hohen Arbeitspensums und der steigenden Anforderungen sind sie aufgrund von Viertel- und Drittelverträgen zum Teil schlechter gestellt als geringfügig Beschäftigte", betont Lučić. "Es wird höchste Zeit, Verwaltungsangestellte fair zu bezahlen und angemessen zu beschäftigen." Auch sollte künftig ein kontinuierliches Fortbildungsangebot an allen Schulamtsbezirken sichergestellt werden. "Bislang ist das Fortbildungsangebot vom Dienstort der jeweiligen Verwaltungsangestellten abhängig", bemängelt Fachgruppenleiterin Müller. "Es gibt einige Bezirke, in denen die Fortbildung zufriedenstellend läuft, in vielen anderen jedoch gar nicht."

Der Bedarf an qualifizierten Verwaltungsangestellten steigt von Jahr zu Jahr. Die Schulleiter/innen müssen immer mehr pädagogische und dienstliche Führungsaufgaben erledigen. "Wir sind dringend auf gute Arbeitsbedingungen angewiesen", betont Müller.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden