Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein auf dem Weg zur stärksten weiterführenden Schulart

Bildungsstaatssekretär Wolfgang Meyer-Hesemann hat eine positive Zwischenbilanz der Schulreformen in Schleswig-Holstein gezogen. "Bereits zum kommenden Schuljahr werden zwei Drittel der betroffenen Schulen zu Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen umgewandelt sein. Zum Schuljahr 2009/10 werden aus 244 Ursprungsschulen 147 neue Schulen entstanden sein: 92 Gemeinschaftsschulen und 55 Regionalschulen - einige mit Außenstellen. Die Gemeinschaftsschule, in der die Kinder und Jugendlichen bis zur 10. Klasse gemeinsam lernen, ist auf dem Weg zur stärksten Schulart unter den weiterführenden Schulen", sagte Meyer-Hesemann heute (18.Mai) auf einer Fachkonferenz zur Schulentwicklung in Dortmund, zu der die Lehrergewerkschaft VBE eingeladen hatte.

18.05.2009 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Gemeinschaftsschule erfahre einen großen Zuspruch bei Eltern und Schulträgern, so der Staatssekretär weiter. "Den Schulträgern bietet vor allem die Gemeinschaftsschule eine Möglichkeit, um vor Ort ein umfassendes Bildungsangebot bis hin zum Abitur nach neun Jahren in hoher Qualität zu sichern. Eltern sehen die Chance, eine allzu frühe Festlegung für ihr Kind auf einen Bildungsabschluss zu vermeiden und den Weg für einen möglichst hochwertigen Schulabschluss lange offen zu halten." Die Entscheidung für eine Schulart in den Kommunen beruhe ganz wesentlich auf den dortigen Meinungsbildungsprozessen und werde bewusst nicht "von oben" gesteuert, auch um die Akzeptanz des jeweiligen Schulangebots vor Ort zu erhöhen. "Es gibt also keine am Reißbrett konzipierte neue Schullandschaft. Da die Eltern vollständige Schulwahlfreiheit haben, stimmen sie quasi mit den Füßen ab."

Das längere gemeinsame Lernen bis zum Ende der Sekundarstufe I in der Gemeinschaftsschule soll jedes Kind seinen Möglichkeiten entsprechend fördern und fordern. So soll es gelingen, die Bildungspotenziale aller Schülerinnen und Schüler besser auszuschöpfen und einen möglichst guten Abschluss zu vermitteln. Die Regionalschule stellt wie die Gemeinschaftsschule in der Regel eine Zusammenführung der Hauptschule und der Realschule dar. Nach der Orientierungsstufe, also ab der 7. Jahrgangsstufe, werden die entsprechenden Bildungsgänge aber grundsätzlich getrennt weiter geführt.

Die Schulträger und Schulen haben für die Umwandlungsprozesse bis zum Schuljahr 2010/11 Zeit. Erst dann sollen per Gesetz alle Haupt- und Realschulen zu Regionalschulen und alle Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden - es sei denn, der Schulträger hat vorher eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule beantragt.


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