Geschichtsaufarbeitung findet nicht nur an Gedenktagen statt!

Die Forderung des Kultusministers Henry Tesch nach einem deutschlandweiten Projekttag zur fächerübergreifenden Auseinandersetzung ist populistisch.

26.03.2009 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern

Die heute veröffentlichte Forderung des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Henry Tesch, nach einem jährlichen deutschlandweiten Projekttag zur Aufarbeitung der Geschichte des Mauerfalls zeigt, wie wenig Vertrauen der Minister in seine Lehrerinnen und Lehrer im Land setzt. "Vielleicht hat er auch einfach nur erkannt, dass beispielsweise für die neunten Klassen eine Wochenstunde Geschichtsunterricht nicht ausreichend ist." sagt Annett Lindner, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in M-V. "Insofern greift diese Forderung zu kurz und ist einfach nur populistisch." so Annett Lindner weiter.

So begrüßt die Bildungsgewerkschaft zwar grundsätzlich die Ansätze zum fächerübergreifenden Lernen und zur aktiven Auseinandersetzung mit geschichtlichen Inhalten, doch ist hier das vom Bildungsministerium eingeführte Modell der Selbständigen Schule gefragt. "Die Lehrerinnen und Lehrer haben und nutzen die Möglichkeiten des anlassbezogenen Lernens. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Projekt der Kooperativen Gesamtschule Altentreptow, die am 31. März und 1. April 2009 zwei Tage unter dem Blickpunkt ´Jüdisches Leben in Europa´ gestalten." Eines gesonderten Projekttages bedarf es hierzu aus Sicht der Gewerkschaften nicht. Vielmehr gilt es, auch Fächern wie diesen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Ihre Ansprechpartnerin zu diesem Thema: Annett Lindner, Landesvorsitzende


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