GEW: Realschule Plus – eine Schulart auf tönernen Füßen
"Die von Bildungsministerin Doris Ahnen heute vorgestellten Rahmendaten für die ab Sommer 2009 startende Realschule plus geben Anlass, die Problembereiche dieser neuen Schulart und des rheinland-pfälzischen Schulsystems noch einmal zu benennen", erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW), Klaus-Peter Hammer, heute vor der Presse.
09.01.2009 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzNach Auffassung von Hammer werde es mittelfristig nicht gelingen, mit der "Realschule plus" einen Ausweg aus der "Sackgasse Hauptschule" zu finden und entscheidende Schritte zu mehr Bildungsgerechtigkeit und zur Verbesserung der Chancengleichheit zu erreichen. Vor allem mit der Beibehaltung einer "kooperativen" Realschule plus bleibe faktisch die alte Hauptschule unter neuem Dach erhalten. "Die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern werden recht schnell erkennen, dass an der kooperativen Realschule plus weiterhin selektiert wird, was die Zukunftsfähigkeit dieser Schulform jetzt schon in Frage stellt.
Die GEW fordert deshalb, dass alle neuen Realschulen plus nur in der integrativen Form zugelassen werden", sagte der GEW-Landesvorsitzende. Die GEW begrüße die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen im personellen Bereich, die Neuregelung für Schulleitungsmitglieder und deren einheitliche Besoldung sowie die Schaffung zusätzlicher Funktionsstellen für die pädagogische Koordination. Aus Sicht der Hauptschullehrkäfte, die gemeinsam mit Realschullehrkäften an der Realschule plus unterrichten, ist es dringend notwendig, die Unterschiede in der Besoldung anzugleichen. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" fordert der GEW-Landesvorsitzende. Als richtig und sinnvoll sieht der Landesvorsitzende die Weiterführung der Schulsozialarbeit und die zusätzliche Ressourcenzuweisung für die individuelle Förderung und schulbezogene Förderkonzepte und die die einheitliche Klassenmesszahl 25 in der Orientierungsstufe der neuen "Realschulen Plus. "Doch endet die Förderung von Schülerinnen und Schülern nicht nach der Orientierungsstufe", meinte Klaus-Peter Hammer, " deshalb sollte dringend darüber nachgedacht werden, die Klassenmesszahl 25 auch nach der Orientierungsstufe beizubehalten. Das Programm "Keiner ohne Abschluss" ist ein Schritt in die richtige Richtung. "Die Fördermaßnahmen setzen nach dem neunten Schuljahr viel zu spät an. Die zusätzliche Bereit-gestellten Ressourcen und Förderprogramme müssen schon ab dem Beginn der Orientierungsstufe einsetzen, damit sie auch erfolgreich sein können", erklärte der GEW-Landesvorsitzende.
Dass einige der neuen Realschulen Plus mit dem Bildungsgang der Fachoberschule ausgestattet werden sollen, sieht die GEW nach wie vor kritisch, weil diese Schulen weder personell noch von ihrer Ausstattung her geeignet seinen, Fachoberschülerinnen und Schüler in gleicher Weise zu fördern, wie dies an den seit Jahrzehnten dafür zuständigen berufsbildenden Schulen der Fall sei. Um die Standards der berufsbildenden Schulen zu erreichen, müsse viel Geld investiert werden, das an anderen Stellen im rheinland-pfälzischen Bildungswesen dringend fehle.
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