GEW: "Wir lassen nicht locker: Warnstreiks werden ausgeweitet!"
"In der nächsten Woche werden wir die Warnstreiks im Schulbereich noch einmal ausweiten. Wir lassen nicht locker. Die Arbeitgeber müssen für die dritte Runde endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen", sagte Ilse Schaad, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Freitag in Frankfurt a.M. nach den erfolgreichen Warnstreiks und Demonstrationen in dieser Woche. Etwa 45.000 Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und Beschäftigte an Hochschulen hätten - gemeinsam mit mehreren zehntausend Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder - mit ihren Aktionen gezeigt, dass sie es mit der Acht-Prozent-Forderung, mindestens jedoch 200 Euro mehr Gehalt, bitter ernst meinen. Die hohe Beteiligung der Lehrkräfte zeige aber auch, dass in dieser Tarifrunde auch eine strukturelle Verbesserung der Einkommen für junge Lehrkräfte durchgesetzt werden muss. Diese hätten als einzige Berufsgruppe durch den Wechsel vom Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) auf das neue Tarifsystem, Tarifvertrag der Länder (TV-L), dramatische Einkommensverluste erlitten.
06.02.2009 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Die Warnstreiks und Demos geben uns in den Verhandlungen den richtigen Rückenwind. Auf den vielen Streikkundgebungen war zu spüren: Die Beschäftigten sind auch zu Erzwingungsstreiks bereit", unterstrich Schaad. Die Arbeitgeber, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hatten in den ersten beiden Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt.
Die GEW-Verhandlungsführerin wies darauf hin, dass der Einsatz verbeamteter Lehrkräfte als Streikbrecher nicht zulässig sei. In dieser Auffassung sieht sie sich durch ein Schreiben des Staatssekretärs im schleswig-holsteinischen Bildungsministerium, Wolfgang Meyer-Hesemann, bestätigt. Meyer-Hesemann hatte in einem Schreiben die Schulleitungen im Land mit Verweis auf die TdL-Richtlinie darauf hingewiesen, dass der - ersatzweise - Einsatz von beamteten Lehrkräften auf bestreikten Arbeitsplätzen nicht zulässig sei.
Info: Warnstreiks und Kundgebungen finden in der nächsten Woche, bei verstärkter Beteiligung der Hochschulen, statt in:
9. Februar:
Baden-Württemberg: Freiburg i. Brsg.,Schleswig-Holstein: Kiel.
10. Februar:
Niedersachsen: Hannover, Nordrhein-Westfalen: vormittags Warnstreiks in Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Münster und Wuppertal, nachmittags Kundgebung in Düsseldorf, Thüringen: Jena.
11. Februar:
Baden-Württemberg: Tübingen, Uni Mannheim, Bayern: Würzburg, Thüringen: landesweit Schulen und Hochschulen.
12. Februar:
Baden-Württemberg: Karlsruhe, Brandenburg: Potsdam, Hamburg, Hessen: landesweit dezentral, Rheinland-Pfalz: Mainz, Saarland: Saarbrücken, Sachsen-Anhalt: Warnstreiks dezentral, Kundgebungen in Halle und Naumburg.
13. Februar:
Baden-Württemberg: Stuttgart, Ilvesheim, Bremen, Sachsen-Anhalt: Warnstreiks dezentral, Kundgebungen in Magdeburg und Stendal.
Über die laufenden Arbeitskampfmaßnahmen der GEW berichten wir aktuell unter www.gew-tarifrunde.de sowie auf den jeweiligen Internetseiten der GEW-Landesverbände (schnell zu erreichen über die interaktive Landkarte auf www.gew.de). In unserem Portal finden Sie auch alle weiteren (Hintergrund-)Infos.
Die dritte und letzte Verhandlungsrunde zwischen der TdL und den Gewerkschaften findet am 14./15. Februar in Potsdam statt.
Für aktuelle und Hintergrundinformationen - auch während der Verhandlungen - erreichen Sie den GEW-Vorsitzenden Ulrich Thöne unter 0151/15134650, GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad unter 0151/15134646 und Pressesprecher Ulf Rödde unter 069/78973-114/-115 oder 0160/90557232.
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