GEW zu Schulleiter-Kongress: "Wir wollen einen ernsthaften Dialog"

Um ein deutliches Zeichen gegen Inhalt und Form der Massendienstversammlung in Höchst zu setzen, wird der GEW-Landesvorstand gemeinsam mit Kreisvorständen in Höchst präsent sein. Wir wollen die Öffentlichkeit auf den fatalen, demokratische Strukturen immer mehr abbauenden Weg der Bildungspolitik der hessischen Landesregierung aufmerksam machen. Und natürlich wollen wir auch Schulleiterinnen und Schulleitern wenigstens in ihrer Mittagspause die Möglichkeit zu einem ernsthaften, herrschaftsfreien Dialog bieten. Wer darüber hinaus gerne an unserer Veranstaltung teilnehmen will ist natürlich herzlich dazu eingeladen am 3. März ab 12 Uhr zu unserem Zelt neben der Jahrhunderthalle zu kommen.

19.02.2007 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

Mehr als 2.000 Schulleiterinnen und Schulleiter wurden von Kultusministerin Wolff zu einer Massen"- Dienstversammlung" am 3. März 2007 nach Frankfurt-Höchst geladen. Die offensichtlich notwendigen Mahnung an säumige Rückmelder wurde ´outgesourct´ an die Firma Media-Consult, ein bemerkenswerter Vorgang! "Frontalst" möglich soll die ´Dialogkultur´ durch Staatssekretär Jacobi vermittelt, den fremdbestimmt Eingeladenen die ´Eigenverantwortung´ durch Ministerpräsident Koch beigebracht werden. Wir, die GEW Hessen, halten das in dieser Veranstaltung zum Ausdruck kommende Demokratie- und Bildungsverständnis der hessischen Landesregierung für äußerst fragwürdig.

Verkündungsveranstaltungen vor so vielen Menschen haben nichts mit der demokratischen Gestaltung des Bildungssystems und auch nichts mit effektiven Diskussionsprozessen zu tun. Bereits die Art der ´Einladung´ macht erneut deutlich: Die relativ hierarchiefreie, auf Dialog und Beteiligung beruhende Kultur unseres hessischen Schulwesen wird immer mehr durch autoritäre Strukturen ersetzt. Verantwortung durch Partizipation wird schlicht auf Verantwortung in einer Behördenhierarchie reduziert, politische Fehlentscheidungen und die Probleme der mangelhaften Ausstattung zunehmend auf die Beschäftigten abgewälzt. Ergänzt wird dieses ´Autonomie´-Verständnis der Landesregierung durch die zunehmende Herstellung betriebswirtschaftlicher Konkurrenzbedingungen zwischen den Schulen. Hier offenbart sich, ein betriebswirtschaftliches Konkurrenzdenken mit so genannter Output-Steuerung, das sich auf Bildungseinrichtungen nur mit fatalen Folgen übertragen lässt. In aller Regel erbringen diejenigen Schulen die besten ´Ergebnisse´, bei denen die Zugangsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler am restriktivsten gehandhabt werden oder die durch ihre Einzugsgebiete bevorzugt sind. Auch die individuellen Bildungsbedürfnisse und – möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler gehen unter der um sich greifenden Normierung und Uniformierung immer mehr verloren.

Aktivitäten der GEW Hessen im Kontext der SchulleiterInnenversammlung am Samstag, den 3. März 2007 in der Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst. Die GEW Hessen plant folgende Aktivitäten:

Auf dem Parkplatz rechts von der Jahrhunderthalle wird ein Zelt aufgebaut. Dieses bietet Platz für ca. 200 Personen und wird mit einer Bühne ausgestattet. In diesem Zelt gibt es Getränke und in der Mittagszeit eine Suppe für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung.

Für den Tag ist folgender Ablauf vorgesehen:

In der Zeit von 8:00 bis 10:00 Uhr werden wir eine Sonder-HLZ an alle TeilnehmerInnen auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle verteilen.

Von ca. 12:00 bis 14:00 Uhr wird es im GEW-Zelt ein Programm geben. Es wird drei Redebeiträge von Lehrkräften, SchülerInnen und Eltern geben. Es wird ein Sketch aufgeführt und eventuell musikalische Beiträge.

Ansprechpartner

GEW Hessen

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