Spaenle

"Gymnasium gemeinsam weiterentwickeln, um Schüler noch besser individuell zu fördern"

"Mit Ihnen gemeinsam möchte ich das Gymnasium weiterentwickeln und seine Position in der Schullandschaft weiter stärken", wandte sich Kultusminister Ludwig Spaenle heute in München auf der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbands (bpv) an die bayerischen Gymnasiallehrerinnen und -lehrer.

23.11.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Wir müssen nun zusammen die hohen Qualitätsstandards des bayerischen Gymnasiums, das bundesweit große Anerkennung genießt, sichern - für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Diese wollen wir für die Herausforderungen in Hochschule, Beruf und Gesellschaft gut ausrüsten." Spaenle sagte, die Qualität des bayerischen Abiturs sei auch Ergebnis der "langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Bildungspolitik und Verbänden, insbesondere dem bpv."

Veränderte Rahmenbedingungen gymnasialer Bildung

Kultusminister Spaenle verwies in seiner Rede auch auf die sich wandelnden Rahmenbedingungen gymnasialer Bildung. Er führte dabei neben den veränderten Anforderungen von Hochschule und Arbeitswelt auch die mittlerweile auf rund 40 Prozent gestiegene Übertrittsquote und die dadurch zunehmend heterogene Schülerschaft an. "Wenn das Gymnasium die Qualität der allgemeinen Hochschulreife trotz dieser Heterogenität halten will, müssen die Schülerinnen und Schüler verstärkt individuell gefördert werden", sagte Spaenle. Die bayerischen Lehrkräfte hätten dabei in den letzten Jahren bereits großes Engagement gezeigt. Dafür dankte der Minister den Lehrkräften ausdrücklich.

Qualitätsorientierte Weiterentwicklung des Gymnasiums

Spaenle benannte in seiner Rede auch Felder der qualitätsorientierten Weiterentwicklung des Gymnasiums:

  1. Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler werde weiter ausgebaut. Hierzu stellte Spaenle die verschiedenen Maßnahmen vor: von Modellen der individuellen Lernzeit wie dem Flexibilisierungsjahr bis hin zur Stärkung des nachhaltigen Lernens in der Mittelstufe durch die Möglichkeit, eine Intensivierungsstunde in der 10. Jahrgangsstufe in Deutsch oder in der 8. Jahrgangsstufe in Mathematik fest zuzuweisen. Bereits 32 Gymnasien haben in diesem Schuljahr damit begonnen, Modelle der Weiterentwicklung in die Praxis umzusetzen. Mit ersten Erfahrungen kann zum Halbjahr gerechnet werden.
  2. Die stetige Senkung des Unterrichtsausfalls stellt für Minister Spaenle auch weiterhin eine wichtige Aufgabe dar. Bereits im letzten Jahr konnte dieser von 3,9 Prozent auf 2,9 Prozent gesenkt werden. Spaenle bedankte sich deshalb bei den Lehrkräften für deren Einsatz bei der Sicherung des Unterrichts. Zur weiteren Unterstützung der Lehrkräfte wurde zu diesem Schuljahr an 25 Schulen mit einem Einstieg in die integrierte Lehrerreserve begonnen. Diese soll dann zum Schuljahr 2014/15 an allen staatlichen bayerischen Gymnasien zur Verfügung stehen.

Staatsregierung stellt nötige personelle Ressourcen bereit

Kultusminister Spaenle machte grundsätzlich deutlich, dass die Staatsregierung die für die Bewältigung dieser Herausforderungen nötigen personellen Ressourcen stellt und weiter stellen werde. So wurden zum aktuellen Schuljahr rund 790 Lehrkräfte neu eingestellt. Damit konnten unter anderem alle Lehrkräfte durch die erste Stufe der Arbeitszeitreduzierung entlastet werden. Zudem wurden 250 Stellen zur weiteren Reduzierung des Unterrichtsausfalls bereitgestellt. Spaenle sagte auch, dass für den Doppelhaushalt 2013/14 neue Stellen für den Ausbau der integrierten Lehrerreserve und die Stärkung der individuellen Förderung beantragt worden seien. Außerdem sei geplant, die Wiederbesetzung von Stellen in den Schulsekretariaten zu beschleunigen - eine deutliche Erleichterung für die Arbeit der Schulen.

Abschließend warb Kultusminister Spaenle bei den Lehrkräften für Unterstützung bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen: "Lassen Sie uns gemeinsam den Prozess der Qualitätssicherung des bayerischen Gymnasiums fortsetzen!"


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden