In Niedersachsen fehlen 1500 Lehrer zum Schuljahresbeginn

(redaktion/pm) In Niedersachsen fehlen im kommenden Schuljahr rund 1500 zusätzliche Lehrer. Im Haushalt des laufenden Jahres sind jedoch lediglich Mittel für 250 neue Lehrerstellen bereit gestellt worden. Dies erklärte die niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) am Freitag im Kultusausschuss des Landtags.

14.02.2009 Niedersachsen Artikel

Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen in Niedersachsen, Ina Korter, sprach vom "Offenbarungseid der Kultusministerin". Die Regierung Wulff habe sich längst von ihrem "großspurig angekündigten 100-Prozent-Ziel verabschiedet, sagte die Grünen-Politikerin. Zurzeit seien die statistischen 100 Prozent noch nicht einmal mehr Zielvorgabe. Außer in der Grundschule würde dieser Wert in keiner Schulform erreicht. "In diese statistischen Werte fließen kurzfristige Ausfälle zum Beispiel wegen Krankheit gar nicht ein. Die Situation an den Schulen ist also noch viel schlechter", sagte Korter.

Heister-Neumann will bei der Regierungsklausur Ende Februar, auf der es auch um die Zukunft der Hauptschule in Niedersachsen geht, einen Maßnahmenkatalog für die Lehrerversorgung vorlegen. Sie hat bereits 10 000 Teilzeitlehrer aufgefordert, mehr zu arbeiten. Offensichtlich plant das Land außerdem, verstärkt Pensionäre und Seiteneinsteiger einzusetzen.

Grünen-Politikerin Korter forderte, zusätzliche Stellen zu schaffen, damit die Unterrichtsversorgung gewährleistet werden könne. Außerdem sollten die im Haushalt vorgesehenen 30 Millionen Euro für sogenannte Feuerwehrlehrkräfte besser ausgeschöpft werden. "Statt die Feuerwehrkräfte nur mit kurzfristigen Verträgen zu beschäftigen und zwischendurch in die Arbeitslosigkeit zu schicken, brauchen wir regionale Vertretungspools, aus denen der Bedarf aller Schulen einer Region abgedeckt wird. Dann können wir den jungen Lehrerinnen und Lehrern wenigstens zunächst Jahresverträge geben und sie wandern nicht in andere Bundesländer ab, weil sie dort ein besseres Angebot haben", sagte Korter.


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