Interessensvertretungen kritisieren hohes Maß an prekärer Beschäftigung an Bremer Schulen
Auf Einladung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) trafen sich am heutigen Mittwoch Vertreter und Vertreterinnen von Betriebsräten und Mitarbeitervertretungen freier Träger und Wohlfahrtsverbände sowie des Personalrates Schulen, um sich über die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten von freien Trägern an öffentlichen Schulen in Bremen auszutauschen und gemeinsame Initiativen zu verabreden. Nach Mitteilungen des Senats sind ca. 1300 Personen im bremischen Schuldienst bei anderen Trägern als der Bildungsbehörde beschäftigt.
26.08.2009 Pressemeldung GEW BremenNeben der Durchführung konkreter Projekte an Schulen werden die Beschäftigten als Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter, Assistenz- und Förderkräfte eingesetzt.
Deutlich wurde in diesem ersten Austausch, dass es bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation keine einheitliche Bezahlung gibt, dass die Vertragsgestaltung bei den einzelnen Trägern sehr unterschiedlich sind und es keine gemeinsame Verständigung auf Mindeststandards in der Qualifikation oder Fortbildung gibt.
Insbesondere im Bereich der Verlässlichen Grundschule und des Assistenzprogramms gibt es eine Vielzahl von Beschäftigten mit sehr geringen Vertragsumfängen, oft sogar noch befristet.
Diese prekären Beschäftigungsverhältnisse resultierten zum einen aus der mangelnden Planungssicherheit der Träger zum anderen aber auch an der mangelhaften Umsetzung integrativer Konzepte im Bereich der Verlässlichen Grundschulen und Ganztagsschulen. "Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit und Arbeitsverträge, die die gemeinsame Entwicklung von Schulkonzepten ermöglichen"; fasst Christian Gloede-Noweck, Landesvorstandssprecher der GEW die Forderungen der Interessensvertretungen zusammen. "Es ist unerträglich, wenn KollegInnen während der Sommerferien bis hin zum September oder gar Oktober auf Sockelverträge von zehn Stunden zurückgestuft werden, weil die Träger noch nicht wissen, wie viele Personalstunden sie wo einsetzen können.
Hier ist die Senatorin für Bildung aufgefordert, im Interesse ganzheitlicher und integrativer Bildungsprozesse für Qualität und Planungssicherheit zu sorgen!"
Dazu gehöre auch, dass Beschäftigte mit wenigen Stunden die Möglichkeit erhalten müssen, ihre Verträge aufzustocken, bevor neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit wenigen Stunden beschäftigt werden. Ziel sei, so die InteressenvertreterInnen, gemeinsame Standards zu entwickeln, die für alle Träger gelten. Hier sei insbesondere die Vielzahl von Schulvereinen ein Problem, die oftmals unter Mitwirkung der Schulleitung als Arbeitgeber auftreten und deren Beschäftigte über keinerlei Interessensvertretungsorgane verfügten. Die GEW biete diesen KollegInnen gerne ihre Unterstützung an, so Gloede-Noweck weiter.
Die Zusammenkunft der unterschiedlichen Interessenvertretungen sei ein erster Schritt, dem gegenseitigen Ausspielen der Träger um das billigste Angebot entgegenzutreten.
Diese Treffen werden fortgesetzt.
Christian Gloede-Noweck, Landesvorstandssprecher
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