"Kindern und Jugendlichen ein suchtfreies und gesundes Leben ermöglichen"
Neuere Untersuchungen, wonach 43 Prozent der Neunt- und Zehntklässler mehr oder weniger regelmäßig zur Zigarette greifen, nannte sie Besorgnis erregend. Raucherecken und -zimmer sollen daher nicht länger toleriert werden. "Das Rauchverbot gilt auch für Lehrkräfte, die in ihrer Vorbildfunktion glaubwürdig bleiben sollen", sagte Wolff. Das generelle Rauchverbot soll im neuen Schulgesetz verankert werden.
23.09.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenParallel setzt die Ministerin weiterhin auf Aufklärungs- und Vorbeugungsprogramme gegen das Rauchen: "Die Präventionsarbeit an unseren Schulen ist keineswegs falsch und wird durch das geplante Verbot nicht beeinträchtigt." Von dem generellen Rauchverbot verspricht sich Wolff auch ein Signal an die Gesellschaft: "Ein klares Verbot in der Schule bringt auch eine neue Diskussion im Elternhaus." Ihr Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen zu helfen, ein suchtfreies und gesundes Leben zu führen. Wer schon mit 15 Jahren zu rauchen beginne, trage ein dreifach höheres Krebsrisiko als derjenige, der erst mit 25 anfange. "Wir klagen über dicke Kinder, Bewegungsmangel, Suchtgefahren wie Alkopops und hoffen stets auf Vernunft und Einsicht. Alle Zahlen zeigen mir aber, dass uns Jammer-Rituale nicht weiterhelfen."
Die derzeitige Regelung, wonach das Rauchen an Schulen für unter Umständen geduldet werden kann, bezeichnete sie als "gescheitert". Nach einem Erlass aus dem Jahre 1997 dürfen Schulen für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler Raucherzonen einrichten. Diesen Beschluss muss die Schulkonferenz jährlich erneuen. "Das ist absurdes Theater", sagte Wolff. Raucherecken zuzulassen und darauf zu vertrauen, mit Überzeugungskraft dagegen angehen zu können, sei fernab jeglicher Realität.
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