"Künstler für Schüler" mit 50 000 Euro gefördert

Bis Juni finden in Mecklenburg Vorpommern an 29 Schulen Workshops mit Künstlerinnen und Künstlern des Landes statt.

01.02.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Dabei entstehen künstlerische Arbeiten aus Holz, Ton, Papier, Textilien, Glas oder auch großformatige Malereien, experimentelle Fotografien, Performances und Rauminstallationen.

Zum diesjährigen Start des Projektes "Künstler für Schüler ", das im Rahmen der Initiative "Kultur gegen Gewalt" durch das Bildungsministerium unterstützt wird, hat Minister Metelmann an den Künstlerbund M-V einen Fördermittelbescheid in Höhe von 50 000 Euro übergeben.

Das Pilotprojekt künstler für schüler 2006 findet in den Monaten Januar bis Juni an 29 Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern statt.

Sowohl die Schulen, als auch Künstlerinnen und Künstler des Landes konnten sich beim Künstlerbund MV e.V. mit Projektideen bewerben.

29 Workshops wurden ausgewählt.

Die Einbeziehung der verschiedenen Schularten und eine ausgewogene Verteilung im Land waren dabei genauso wichtig wie die Erfassung der verschiedensten künstlerischen Ideen. So unterschiedlich die thematischen Angebote sind, so vielfältig sind auch die künstlerischen Mittel.

Die Palette reicht von der Arbeit mit Holz, Ton, Papier, Textilien, Glas über großformatige Malerei und experimentelle Fotografie bis zu Performance und Rauminstallation.

Die Schulleiter unterstützen das Projekt, indem sie es nach Möglichkeit in den Unterrichtszeitraum integrieren, Räumlichkeiten bereitstellen und pädagogische Begleitung sichern. Bis zu zehn Schülerinnen und Schüler können an einem Workshop teilnehmen.

Eine Abschlussveranstaltung, verbunden mit einer Präsentation aller Workshopergebnisse, wird am 04.Juli 2006 in der Regionalen Schule Burg Stargard in Anwesenheit des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur Herrn Prof. Dr. Dr. med. Hans-Robert Metelmann und der Schirmherrin Frau Dagmar Ringstorff das Projekt beenden. Zu diesem Zeitpunkt liegt eine Dokumentationsbroschüre vor.

künstler für schüler entstand als Reaktion auf die zunehmende Tendenz zu Gefühlsarmut und Gewaltbereitschaft an den Schulen Deutschlands, aber auch unübersehbar in unserem Bundesland. Künstler verabreden sich mit interessierten Schulen des Landes zu gemeinsam entwickelten Workshops, um dem Schulalltag bezüglich Neugier, Lernbereitschaft und Lernfreude andere neue Akzente zu bieten.

Künstlerische Tätigkeit hat sich als eine Möglichkeit erwiesen, besonders bei Kindern und Jugendlichen Kreativität, Gestaltungswillen, Handlungsfähigkeit und soziale Kompetenz zu entwickeln und zu fördern.

Die spezielle Herangehensweise von Künstlern, geprägt durch das Charakteristische ihres Berufes, ihres deutlich anderen Lebensprinzips ermöglicht völlig neue Formen der Projektarbeit und bietet so eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum Unterricht.

Die Erfahrungen der Künstler an den Schulen im Projekt künstler für schüler zeigen, wie wichtig und kompliziert eine Beschäftigung mit dem Thema Gewalt an Schulen ist. Im ungewöhnlichen und unkonventionellen gemeinsamen Auflösen kreativer Selbstaufträge liegen die Herausforderungen für Schüler und Künstler.

Bei dieser Art "Konfliktbewältigung" erfahren sich die Schüler in anderem Kontext. Abstraktionen von Gedanken, Gefühlen, Erlebnissen, Hoffnungen und Wünschen finden dort ihre ureigenen Formulierungen.

Die nachhaltige Resonanz auf gesellschaftlicher und politischer Ebene im Land und darüber hinaus bestätigt die Bedeutsamkeit dieses Engagements, das auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Frau Dagmar Ringstorff steht.

In den vielfältigen Angeboten künstlerischer Bemühungen liegt ein großes Potenzial, die Fähigkeiten und langjährigen Berufserfahrungen professioneller Künstler sinnvoll einzubringen. Bildende Künstler sind in der Lage, geistige Inhalte in eine spezifische Form zu bringen und damit für Dritte ablesbar und erfahrbar zu machen. Diese Fähigkeit an Kinder und Jugendliche weiter zu geben, ist Anliegen des Projektes.

"Was die künstlerische Bildung ... zur Entwicklung der "menschlichen Substanz"....zu leisten vermag...das ist die Entwicklung der den Verstand, das rationale Denken ergänzenden und das vernünftige Handeln befördernden "anderen Seite" des Bewusstseins: Die Entwicklung und Pflege der Innerlichkeit, des Gemüts, oder anders gesagt ...des Emotionalen, der gefühlsbetonten und allemal von bestimmten Werthaltungen geprägten Erlebnisfähigkeit des Menschen."

"Das, was die künstlerische Bildung....für die Entwicklung der Persönlichkeit und für die Gesellschaft allein schon unverzichtbar macht, ist nicht zuletzt darin zu sehen, dass sie manches vermittelt und an Möglichkeiten eröffnet, dessen Sinn und Gewinn sich für den Einzelnen nicht unmittelbar praktisch nachweisen lässt, sich vielleicht auch erst später oder konkret womöglich nie zu erkennen gibt: nämlich ihr Beitrag zur Lebensbewältigung zur Gestaltung eines sinnerfüllten und vielleicht sogar glücklichen persönlichen und sozial eingebundenen Lebens."

(Prof.Dr. Günther Regel auf dem internationale Symposium "mapping blind spaces" - Neue Wege zwischen Kunst und Bildung vom 8.-10.10.2003 in Karlsruhe und Schloss Rotenfels)

Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.kuenster-fuer-schueler.de.


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