Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: Mittelschule eröffnet Schülern mehr Bildungschancen

"Die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule eröffnet den Schülern in Bayern neue Bildungschancen und stärkt die Berufsorientierung", so Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zu seinem Konzept. Das Konzept setzt auf Freiwilligkeit und geht von der einzelnen Schule aus. Die Kritik, die der Vorstand des BLLV geäußert hat, weist Minister Spaenle zurück. Bayernweit habe es viel Zustimmung für die Konzeption und viele Nachfragen zu der Reform gegeben, wogegen der BLLV-Vorsitzende Klaus Wenzel eine "sehr eindimensionale Sicht" an den Tag lege.

09.07.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Begriffe wie "qualvolles Sterben", "ausbluten" oder "katastrophal", die der BLLV-Chef in den Mund nimmt, stoßen in der breiten Öffentlichkeit auf großes Befremden.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle entwickelt mit seinem Konzept, das auf der Initiative seines Amtsvorgängers Siegfried Schneider aufsetzt, die Hauptschule inhaltlich zu einer attraktiven weiterführenden Schulart mit stark berufsorientierter Ausrichtung weiter. Die Alleinstellungsmerkmale der Hauptschule werden in der "Mittelschule" weiter ausgebaut, nämlich:

  1. Die berufliche Orientierung wird verstärkt und die Schüler werden intensiver auf eine berufliche Ausbildung vorbereitet. Dazu dient auch die institutionelle Kooperation mit Berufsschule, Wirtschaft und Agentur für Arbeit.

  2. Der mittlere Bildungsabschluss wird an das Niveau der Wirtschafts- und Realschule herangeführt und vergleichbar.

  3. Schüler werden deshalb innerhalb des Klassenverbandes bereits ab der 5. Klasse in den Hauptfächern differenziert und zusätzlich gefördert – auch mit Blick auf einen späteren mittleren Bildungsabschluss. Der Klassenlehrer bekommt dabei eine Schlüsselrolle.

  4. Darüber hinaus soll jede Mittelschule den Schülern ein Ganztagsangebot unterbreiten.

"Es geht bei der Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule nicht um ein neues ,Türschild`, sondern um eine qualitative Fortentwicklung zugunsten unserer Schüler", so der Minister.

"Mit Hilfe von eigenverantworteten Schulverbünden sichern wir organisatorisch möglichst lange möglichst viele Schulstandorte, und zwar mit einem qualitativ hochwertigen Bildungsangebot", ergänzte Minister Spaenle mit Blick auf den demographischen Wandel. Kleine Hauptschulen können sich zu Schulverbünden zusammenschließen. Die innovative Möglichkeit ab der 5. Jahrgangsstufe an jedem Standort gezielt auch auf den Mittleren Abschluss vorbereiten zu können, eröffnet ein weiteres hochwirksames Instrument gerade zur Sicherung einzügiger Standorte in der Fläche.

"Das differenzierte Schulwesen in Bayern ist leistungsstark und fördert die Schüler begabungsgerecht sehr gut. Die Durchlässigkeit werden wir weiter ausbauen", so Minister Spaenle.


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