Kultusminister Jürgen Schreier: Verantwortungsvolle Ausbildung für mehr Selbständigkeit

Die Staatliche Schule für Blinde und Sehbehinderte in Lebach trägt seit Beginn des neuen Schuljahres den Namen des Erfinders der Blindenschrift, Louis-Braille. Im Rahmen eines Festaktes am Donnerstag (7.10.04), der von Schülerinnen und Schülern der Schule gestaltet wurde, wurde die Schule offiziell in Louis-Braille-Schule umbenannt. Zugleich konnte die Schule ihr 55-jähriges Jubiläum feiern.

07.10.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

In seiner Ansprache würdigte Kultusminister Jürgen Schreier die Schule als Bildungsstätte, die mit großem Verantwortungsbewusstsein und Engagement junge Menschen auf eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben vorbereitet. "Als einzige Schule dieser Art im Saarland fördert und betreut sie mit großem Erfolg sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler und bereitet sie auf ein möglichst unabhängiges Leben vor", erklärte Schreier. Mit der Wahl des Namens Louis-Braille-Schule werde ein Mann geehrt, dessen geniale Erfindung die Teilnahme blinder Menschen an Bildung und Kultur erst ermögliche.

Louis Braille lebte von 1809 bis 1852. Im Alter von fünf Jahren erblindet, entwickelte er als Jugendliche sein auf sechs Punkten basierendes tastbares Schriftsystem, das heute auf der ganzen Welt verbreitet ist und Millionen von Blinden ein Lesen und Schreiben in allen Sprachen möglich macht. Mit dieser Erfindung war es dem jungen Franzosen gelungen, seinen Schicksalsgefährten eine Brücke in die Welt der Sehenden zu schlagen.

Gegründet wurde die Schule am 3. Oktober 1949. Derzeit erhalten ca. 100 sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler eine ihren individuellen Bedürfnissen und persönlichen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung und Erziehung. Zum Beginn des neuen Schuljahres wurde an der Schule ein Sonderpädagogisches Förderzentrum für den Bereich Sehen eingerichtet. Dies bedeutet, dass sehbeeinträchtigte Schülerinnen und Schüler, die gemeinsam mit nichtbehinderten Schülern in Regelschulen unterrichtet werden, durch die Lehrkräfte der Louis-Braille-Schule eine entsprechende Förderung erfahren; in diesem Schuljahr sind dies 25 Kinder, darunter auch eine blinde Schülerin.

In dem Engagement, alle Möglichkeiten der Förderung für ihre Schüler zu nutzen, werden von der Schule auch neue und unkonventionelle Wege beschritten; so wird seit dem Schuljahr 2003/04 eine Klasse auf den Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses vorbereitet. Dadurch erspart man ihnen den Besuch einer Heimunterbringung außerhalb des Saarlandes und die Trennung von ihrer Familie.


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