Kultusminister Schneider stellt gemeinsam mit Bertram Brossardt von der Stiftung Bildungspakt Bayern und Experten für Bildung und Erziehung Modelle zu erweiterter Elternmitwirkung an Schulen vor - 11 Projektschulen und Uni Erlangen als Vorreiter

Neue erfolgversprechende Modelle für eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus stellte heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft, Bildung und Erziehung vor. Elf Projektschulen hatten diese Modelle im Rahmen des Projektes "Vertrauen in Partnerschaft", das gemeinsam von der Stiftung Bildungspakt Bayern und dem Bayerischen Kultusministerium getragen wird, in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet.

08.09.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die Projektschulen haben interessante Modelle entwickelt, wie wir die Zusammenarbeit von Schule und Familie ausbauen können", würdigte Minister Schneider die Ergebnisse. Er wünscht sich, dass andere Schulen von den Erfahrungen "profitieren - zum Wohle unserer Kinder". Kultusminister Schneider wies in diesem Zusammenhang auf die Brisanz einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie hin. "Wenn Familie und Schule an einem Strang ziehen, haben unsere Kinder mehr Erfolg." Dazu bedürfe es des "Vertrauens in Partnerschaft", erklärte er zugleich das bestimmende Motto des Projektes.

"Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus hat nur dann Erfolg, wenn wir die Schüler selbst einbinden", beschrieb der Kultusminister eine Grundvoraussetzung für erfolgversprechende neue Ansätze. Dieses enge Miteinander schlage sich z. B. in dem Modell "Dreiergespräch" nieder, das die Volksschule Memmingen-Amendingen entwickelt hat. An diesem nimmt neben Eltern und Lehrkraft auch der Schüler selbst teil und gibt eine Selbsteinschätzung zu seiner Entwicklung. Auf Schulebene werde diese Zusammenarbeit aller drei am Bildungsprozess beteiligten Gruppen im Schulforum praktiziert.

Die Realschule Ichenhausen favorisiert den Elternabend bzw. den Elternsprechtag mit dem Klassenleiter mit einer klar vereinbarten Gesprächszeit gegenüber dem traditionellen Elternsprechtag, zeigte Schulleiterin Eva Gantner auf. Bei dem traditionellen Elternsprechtag müssten Mütter und Väter oft lange auf Gespräche mit den Fachlehrkräften warten, weil andere Eltern vor ihnen an der Reihe wären. Ingesamt reichen die Ergebnisse der Arbeit der Projektschulen von Begrüßungsaktionen für Eltern am ersten Schultag über Projekttage für Eltern, Initiativen, die die Arbeit des Elternbeirats stärken, bis hin zu einem Schulvertrag, einer Art Grundgesetz für die Schule vor Ort und zur Einrichtung eines Migrantenbeirats. Dieser bildet z. B. am Lion-Feuchtwanger-Gymnasium in München die Brücke zwischen Schulleitung, Elternbeirat und Migrantenfamilien.

Für Prof. Dr. Werner Sacher, wissenschaftlicher Projektleiter, muss jede Schule für sie geeignete Wege für eine erfolgreiche Elternarbeit festlegen - im Einvernehmen von Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternvertretung. Zuvor müsse der Handlungsbedarf vor Ort geklärt werden. An der Pressekonferenz nahmen ferner Bertram Brossardt vom Vorstand der Stiftung Bildungspakt Bayern, die Elternverbandsvorsitzende Jutta Kloth und der kommissarische Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt Bayern, Boris Hackl, teil.

Die Ausgangsbasis für die Arbeit dieser Schulen lieferte eine Studie des Pädagogen Sacher. Er hatte die Praxis der Elternarbeit an 500 Schulen landesweit untersucht. Dabei hatte er festgestellt, dass das Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus grundsätzlich von Vertrauen gekennzeichnet sei. Es war aber auch deutlich geworden, dass sich viele Eltern z. B. nicht ausreichend informiert fühlen. Zugleich seien sie bereit, sich verstärkt zu engagieren. Die traditionellen Formen der Elternarbeit, dies war deutlich geworden, reichen heute nicht mehr aus.

Die Modelle liegen nun als Broschüre "Schule und Familie - Verantwortung gemeinsam wahrnehmen" vor. Schulen finden darin Praxistipps und Ansprechpartner.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden