Lehrergewerkschaft und Bildungsministerium einigen sich auf Eckpunkte des diesjährigen Lehrerversetzungsverfahrens
Bei einem Treffen am gestrigen Abend im Bildungsministerium einigten sich Günter Fuchs, Landesvorsitzender der GEW, sowie die Vertreter des Philologenverbands, des Brandenburgischer Pädagogenverbands, des Oberschulllehrerverbands mit Bildungsminister Holger Rupprecht und Bildungsstaatssekretär Burkhard Jungkamp auf Eckpunkte des anstehenden Lehrerversetzungsverfahrens.
24.11.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgDurch die starken Schülerzahleneinbrüche kommt es auch im kommenden Schuljahr zu einem rechnerischen Überhang an Lehrkräften in den Schulamtsbezirken Cottbus und erstmals auch Frankfurt (Oder). Da die bestehenden Beschäftigungsansprüche der Lehrkräfte nicht mehr innerhalb der Schulamtsbezirke erfüllt werden können, müsste es wie in diesem Jahr zu Lehrerversetzungen in andere Schulamtsbezirke kommen. Gewerkschaft, Hauptpersonalrat und Bildungsministerium wollen nun durch die Devise *Freiwillige Teilzeit schützt vor Versetzung" die Zahl der zu versetzenden Lehrkräfte erheblich reduzieren, im Idealfall die notwen-digen Versetzungen ganz entbehrlich machen.
Kerngedanke des Modells *Freiwillige Teilzeit schützt vor Versetzung" ist, dass vollbeschäftigten Lehrkräfte auf Teilzeit gehen und in ihrem Lehrdeputat im Schulamtsbezirk Cottbus im Umfang von 4 Unterrichtsstunden und im Schulamtsbezirk Frankfurt (Oder) von 2 Unterrichtsstunden heruntergehen. Vollbeschäftigte Lehrkräfte die auf Teilzeit gehen, sowie alle Teilzeitbeschäftigten, die schon 4 bzw. 2 Stunden weniger arbeiten werden von der Versetzung ausgenommen. Um das mit allen Teilzeitmaßnahmen insgesamt erwirtschaftete zusätzliche Beschäftigungsvolumen reduziert sich die Anzahl der notwendigen Versetzungen - im Idealfall auf Null.
"Ich bin sehr glücklich, dass die Gewerkschaften und der Hauptpersonalrat das von uns vorgestellte Modell unterstützen. Es war ein sehr vertrauensvolles Gespräch und eine äußerst konstruktive Zusammenarbeit", sagte Bildungsminister Holger Rupprecht. "Mit der gefundenen Lösung sollte es gelingen, das Problem der Lehrerversetzungen in diesem Jahr erheblich zu reduzieren. Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser guten Lösung einen entscheidenden Schritt tun, um die auch aus meiner Sicht notwendige Ruhe und Kontinuität an Schulen für Schülerinnen und Schüler, Eltern, aber in erster Linie die betroffenen Lehrkräften selbst zu gewährleisten."
Günter Fuchs erklärte: *Die gefundene Lösung stellt einen Einstieg in die Problemlösung für die nächsten Jahre dar. Es wird darauf ankommen, gemeinsam durch Verlässlichkeit Sorge zu tragen, dass durch freiwillige Teilzeit die Versetzungen gegen den Willen deutlich minimiert werden. Im Dezember gilt es weitere flankierende Maßnahmen zu vereinbaren, um eine langfristige Lösung des Problems für die Gebiete mit Personalüberhang zu erreichen. Das sind aus Sicht der verhandelnden Gewerkschaften und Verbände insbesondere Weiterführung der Al-tersteilzeitmassnahmen und attraktive Angebote für freiwillige Versetzungen."
In einem gemeinsamen Brief an alle Lehrkräfte der Schulamtsbezirke Cottbus und Frankfurt (Oder) in der kommenden Woche wollen die Staatlichen Schulämter und die dortigen Personalräte diese gefundene Lösung vorstellen und für das Teilzeitmodell werben. Anschließend soll in einer zweiten Runde nach dem 15.12.2005, wenn die Ergebnisse dieser Teilzeitinitiative vorliegen, über weitere Details verhandelt werden.
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