Lehrermangel an den Förderschulen kommt den Steuerzahler später teuer zu stehen

In Bayern besuchen ca. fünf Prozent der Schulkinder eine Förderschule. Diese Zahl mag auf den ersten Blick nicht groß erscheinen. Sie zeigt ihre wahre Größe erst dann, wenn später ebenso viele Schüler eines jeden Jahrgangs mangels schulischer Qualifikationen dem Staat auf der Tasche liegen.

17.02.2009 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Der Bayerische Elternverband (BEV) kritisiert deshalb, dass auch unter Kultusminister Spaenles neuem Bildungsmotto "Qualität und Gerechtigkeit" offenbar niemand auf die Idee kommt, die Bildungsqualität "von unter her" zu sanieren und beim schwächsten Glied anzufangen. Wo, wenn nicht bei Förderschulkindern, gibt es schon bei der individuellen Ausgangssituation am wenigsten Qualität und Gerechtigkeit? Daher freut sich der BEV, der schon lange deutlich mehr Sonderschullehrer, Sozialpädagogen und pädagogische Hilfskräfte für die Förderschulen fordert, dass unlängst Klaus Wenzel, der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, in dasselbe Horn stieß.

Nach Umfragen der Arbeitsgruppe Förderschule im BEV muss jede Förderschule wegen Mutterschutz, Kindererziehungszeiten und Langzeiterkrankungen Lehrerausfälle im Umfang von durchschnittlich ein bis zwei Vollzeitstellen pro Schuljahr verkraften. Mit den derzeit verfügbaren Mobilen Reserven kann die Vertretung bei weitem nicht sichergestellt werden. Die Kinder werden in solchen Fällen auf andere Klassen verteilt und werden zu oft nur teuer "aufbewahrt" anstatt unterrichtet. Nicht umsonst verlassen die allermeisten Förderschul-Absolventen die Schule ohne Abschluss.

"Die Politik nimmt für sich in Anspruch, erkannt zu haben, wie wichtig es ist, jedes einzelne Kind so weit wie möglich zu fördern", sagt Henrike Paede, Leiterin des Sachgebiets Förderschule im BEV. Man müsse nun endlich den schönen Worten Taten folgen lassen. Wenn man es mittels neu einzustellenden Personals fertig brächte, dass der Betrieb an den Förderschulen wenigstens so funktioniere, wie es die derzeit geltenden Konzepte vorsähen, sei schon viel gewonnen.


Der BEV ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden