Ministerin Sommer: Neues Übergangsverfahren bewährt sich

Landesweit 2.321 Kinder nehmen von heute an bis Mittwoch am Prognose-Unterricht teil. Sie sind von ihren Eltern an einer Realschule oder einem Gymnasium angemeldet worden, obwohl hierfür keine - auch keine eingeschränkte - Empfehlung der Grundschule vorliegt. Insgesamt wechseln in Nordrhein-Westfalen nach den Sommerferien 178.000 Kinder von der Grundschule auf eine weiterführende Schule. 2.321 Kinder, die am Prognose-Unterricht teilnehmen, entsprechen einer Quote von rund 1,3 Prozent. Im Vergleich zum ersten Durchgang in 2007 (3.334 Kinder = 1,76 %) ist damit die Zahl der Anmeldungen zum Prognose-Unterricht deutlich gesunken, und zwar um rund 30 Prozent.

07.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Das Verfahren hat bei den Eltern ganz deutlich an Akzeptanz gewonnen", sagte Schulministerin Barbara Sommer. "Das Vertrauen der Eltern in die Grundschulen ist groß, das Leistungsvermögen der Kinder richtig einzuschätzen." Damit werde die Zahl möglicher falscher Schulformentscheidungen im Sinne der Zielsetzung der neuen Übergangsregelung sicher deutlich reduziert, meinte die Ministerin.

Der dreitägige Prognose-Unterricht findet unter Verantwortung und Leitung des Schulamtes statt. Er wird gestaltet von je einer Lehrkraft der Grund- und der weiterführenden Schule. Es handelt sich nicht um eine Aufnahmeprüfung, sondern um Unterricht, wie ihn die Kinder aus der Grundschule kennen. Mündliche und schriftliche Unterrichtsphasen wechseln einander ab. Für die schriftlichen Phasen hat das Ministerium Aufgabenelemente zu den Kernbereichen Lesen, Mathematik und Sachunterricht erarbeiten lassen, die in den Unterricht einfließen können. Nur wenn die am Prognose-Unterricht beteiligten drei Fachleute einstimmig davon überzeugt sind, dass ein Kind für die von den Eltern gewünschte Schulform offensichtlich ungeeignet ist, kann es diese nicht besuchen. Umgekehrt heißt das also, wenn mindestens eine der drei am Prognoseunterricht beteiligte Fachkraft das Kind für geeignet oder zumindest für mit Einschränkungen geeignet hält, wird das Kind für die von den Eltern gewünschte Schulform zugelassen.

Um aber auch Eltern, die ihr Kind trotz einer von Lehrkräften festgestellten offensichtlichen Eignung z.B. nicht an einem Gymnasium, sondern an einer Realschule oder Hauptschule anmelden wollen, zu ermutigen, der Empfehlung der Grundschule zu folgen, können auch diese Kinder – landesweit 47 - am Prognose- Unterricht teilnehmen. Wird hier die Einschätzung der Grundschullehrkraft durch die Fachleute bestätigt, dürften diese Eltern eher bereit sein, der Empfehlung zu folgen. Nach den Meldungen der Schulämter streben die Eltern für 67,1 % der Kinder (1.559) die Aufnahme in der Realschule an, 32,9 % (762) die Aufnahme im Gymnasium.



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