Mit Ganztagsschulen gegen Drogenproblematik

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) unterstützt die am Montag startende bayernweite Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch sowie das Landesprogramm "Gute gesunde Schule für 2009", das das Kultusministerium derzeit vorbereitet. Ziel der Aktionen ist es, Schüler vor Alkohol- und Drogenkonsum zu bewahren. "Lehrerinnen und Lehrer stellen mit großer Besorgnis fest, dass der Konsum von Drogen und Alkohol für viele Jugendliche fester Bestandteil ihres Alltags ist. Übernächtigte und von den Folgen alkoholischer Exzesse gezeichnete Schüler sind in den Klassenzimmern leider kein seltener Anblick", erklärte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Viele Eltern, aber auch Lehrer, sind ratlos. "Solange die Gesellschaft nicht ehrlich und konsequent mit dem Alkoholproblem umgeht, werden alle Bemühungen nicht wirklich greifen", betonte er und forderte ein generelles Verbot für Alkoholwerbung sowie eine massive Stärkung der Präventionsarbeit.

23.05.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Einen wertvollen Beitrag zur Prävention leisten auch rhythmisierte Ganztagsschulen. Die Schüler lernen dort, wie sie ihre Freizeit sinnvoll nutzen können und müssen ihre Nachmittage nicht unbeaufsichtigt verbringen. Bei Problemen stehen professionelle Ansprechpartner zur Verfügung." Wenzel verlangte deshalb erneut, rhythmisierte Ganztagsschulen an allen Schularten flächendeckend und am tatsächlichen Bedarf orientiert einzuführen. "Noch immer gibt es in Bayern keine Bedarfsanalyse und das Angebot hinkt der Nachfrage hinterher." Auch die Schulsozialarbeit muss zum festen Bestandteil an allen Schularten werden. "Das Problem Alkohol spielt in allen gesellschaftlichen Schichten eine Rolle."

Wenzel: "Der Kultusminister hat Recht, wenn er sagt, starke Persönlichkeiten würden eher ´nein´ zur Flasche sagen können. Folglich muss die Schulpolitik alles daran setzen, die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Viele Schüler müssen aber die Erfahrung machen, dass sie den Anforderungen ´nicht genügen´. Sie werden systematisch demotiviert und können schließlich ihre Begabungen nicht entfalten. Moderne Schulen müssen alle jungen Menschen fördern, motivieren und anspornen. Sie müssen Lebensräume werden, in denen sich die Schüler wohl fühlen können und die sie gerne aufsuchen."


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