Neuer Verein hat das Wohl des Schulkindes im Blick
Was im April 2002 mit einem Gedankenaustausch mit dem damaligen Schulamtsdirektor Günther Bader begann und ursprünglich die Änderung der Schulstruktur hin zur Zweigliedrigkeit im Sinn hatte, was - ausgehend vom "offenen Brief" an Minister Rau - zwischenzeitlich zur Initiative wurde, das gipfelte vergangene Woche in der Gründung eines Vereins mit dem Namen "Länger gemeinsam lernen – Baden Württemberg e.V.". Ziel des Vereins: Die aktive Mitgestaltung einer Bildungsreform, die einzig das Wohl des (Schul-)Kindes im Auge hat.
06.02.2009 Baden-Württemberg Pressemeldung Initiative "Länger gemeinsam lernen - Baden Württemberg""Der Verein strebt eine Schule an, in der Verschiedenheit respektiert und nicht von allen das Gleiche verlangt wird, die jedes einzelne Kind in seiner Gesamtentwicklung unterstützt und dafür sorgt, dass beim miteinander und voneinander Lernen individuelle Fähigkeiten und soziale Kompetenzen optimal entwickelt werden können." – so steht es in der Vereinssatzung, die bei der Gründung einstimmige Zustimmung erfahren hat.
Zum Vorsitzenden gewählt worden ist Rudi Bosch, Rektor der Hauptschule Kuppelnau in Ravensburg, zum Stellvertreter Bernd Dieng, Fachleiter am Seminar in Meckenbeuren. Sibylle Schmitt, Lehrerin in Weingarten, ist zur Protokollführerin und Bernd-Ulrich Szafrynski, Betriebswirt, zum Kassenführer gewählt worden. Im erweiterten Vorstand unterstützen künftig die Beisitzer Ottmar Rupp, Lehrer in Waldburg, Josef Hartmann, Rektor in Oberzell und die Beisitzerin Julia Schliep, Lehrerin in Baindt, die Durchsetzung der Vereinsziele, die auf den Punkt gebracht lauten:
Der Verein arbeitet aktiv auf eine Schule hin, die Kinder als Individuen in den Blick nimmt und deren individuellen Lernfortschritt fördern und fordern will.
Des weiteren soll Schule eine mitgestaltende Kraft des kulturellen Lebens ihrer Gemeinde oder ihres Stadtteils sein, in der Kinder und Jugendliche lernen, sich innerhalb des Gemeinwesens aktiv am kulturellen, sozialen und demokratischen Leben zu beteiligen.
Um dieses Ziele zu erreichen, muss das gesamte System Schule auf den Prüfstand, denn die derzeitige frühe Aufteilung der Kinder in unterschiedliche Schularten behindert eine Bildungsarbeit, die sich diesem Verständnis verpflichtet fühlt.
All das ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass unsere bestehende Schulstruktur, die aus dem 19. Jahrhundert stammt, nicht mehr den Anforderungen einer modernen Wissensgesellschaft gerecht wird. International erfolgreiche Staaten gehen schon längst den Weg eines längeren gemeinsamen Lernens, meist sogar bis zum Ende der Pflichtschulzeit.
Weshalb die Ummünzung der Initiative "Länger gemeinsam lernen" in einen Verein nötig war, hängt damit zusammen, dass die Initiative nach dem offenen Brief an Kultusminister Rau im April 2007 unzählige Schreiben und Erklärungen erhielt, die sich mit ihren Anliegen solidarisch erklärten. Darunter waren neben 450 Schulleitungen auch zahlreiche Verbände aus allen gesellschaftlichen Gruppen. "Diese Gruppierungen regten immer wieder auch die Gründung eines Vereins an", fasst Bernd Dieng zusammen: "Als Verein werden wir öffentlich eher wahrgenommen, erlangen mit der Vereinsgründung eine Rechtsfähigkeit und können darüber hinaus leichter namhafte UnterstützerInnen, BotschafterInnen und Fördermitglieder gewinnen."
Zum ersten Mal als Verein in Erscheinung treten wird "Länger gemeinsam lernen – Baden Württemberg e.V." bei der Podiumsdiskussion zum Thema "Schule neu denken – bessere Bildung für alle", die am 05. Februar im Schwörsaal im Waaghaus Ravensburg stattfindet.
Informationen im Internet unter www.laenger-gemeinsam-lernen-bw.de
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