Resolution: Sexualität und Geschlechterrollen
Stereotype Geschlechterrollen sind für gesellschaftliche Machtverhältnisse relevant. Sie beeinflussen die Entwicklung unserer Kinder und damit die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Die Schule, inklusiv gedacht, ist der Ort, an dem die Vielfalt der Gesellschaft zu Tage tritt und an dem sich Identität bildet. Deshalb ist hier anzusetzen, um gesellschaftliche Veränderung zu erreichen.
14.05.2014 Pressemeldung BundeselternratVon besonderer Bedeutung ist dabei die Schulkultur. Für eine offene, vielfältige Schule muss auch die Gesellschaft stärker eingebunden werden. Wir wollen unseren Kindern gemeinsam einen Weg aufzeigen, in ihrer persönlichen Entwicklung zu reifen, ohne festgefügten Bildern entsprechen zu müssen.
Mädchen gelten heute oft als unproblematisch und angepasst, dies wird in der Schulzeit meist positiv bewertet. Das Verhalten der Jungen in Pubertät und Adoleszenz, welches allgemein als Verhaltensmuster für ihre spätere Lebenszeit gilt, wird problematisiert. Im Berufsleben geschätzte, Männern zugeschriebene Eigenschaften werden Jungen während der Schulzeit angelastet. Überlieferte Klischees brechen schon heute auf. Daraus muss sich konkretes Handeln ergeben. Bundesweit erreichen viele Mädchen im Handwerk und Jungen in sozialen Berufen bessere Abschlüsse. Ihre bewusst "atypische" Berufswahl geht mit einer höheren Motivation einher.
Koedukativer Unterricht bietet die Möglichkeit, Geschlecht als einen Aspekt von Vielfalt zu erleben und ist aus gutem Grund der Regelfall des allgemeinen und des berufsbildenden Schulsystems in Deutschland. Auch vor dem Hintergrund der Inklusion ist klar, dass dieser geschlechtergemischte Unterricht erhalten bleiben muss.
Der Bundeselternrat fordert:
- Stärkung der Medienkompetenz von Schülern, Lehrkräften und Eltern, damit diese bewusst mit dort vermittelten Geschlechterbildern umgehen können
- Befähigung der Lehrkräfte zum geschlechtssensiblen und inklusiven Unterricht. Dafür müssen einheitliche Rahmenbedingungen in allen Bundesländern geschaffen werden
- Stärkung und Vernetzung der Schulsozialarbeit mit dem lokalen Umfeld, um allen Kindern vor Ort kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stellen zu können, die auch Lehrkräften und Eltern beratend zur Seite stehen
- durchgängige, altersgemäße und fächerübergreifende Thematisierung von Sexualität und Geschlechterrolle. Dies muss bis zum Schul- bzw. Berufsschulabschluss fortgeführt und vertieft werden
- ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen an allen Schulformen, damit Kinder Rollenvorbilder haben, mit denen sie sich auseinandersetzen können
Ein bewusster Umgang mit überlieferten Rollenmustern ist ein erster Schritt zur notwendigen Veränderung der Gesellschaft. In diesen Veränderungsprozess müssen Schüler, Schülerinnen und Eltern eingebunden werden. Neben der Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und gesellschaftlichen Zuschreibungen ist gelebte Partizipation für die Entwicklung aller Beteiligten wichtig.
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