"Saarbrücker Erklärung" - Ausweitung der Bildungsoffensive für Menschen mit Migrationshintergrund und Verstetigung der Gremienarbeit

Mit der "Saarbrücker Erklärung zur Integrationspolitik" konkretisiert die saarländische Landesregierung Maßnahmen, die bereits im Rahmen des nationalen Integrationsplanes begonnen wurden und die die Vorgaben des Landesintegrationskonzeptes umsetzen und erweitern. So sollen unter anderem die gemeinsame Gremienarbeit auf Landesebene institutionalisiert und die Bildungsoffensive für Menschen mit Migrationshintergrund ausgeweitet werden.

07.07.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und die Landesintegrationsbeauftragte für das Saarland, Staatssekretärin Gaby Schäfer zeigten sich heute (7. Juli 2009) hochzufrieden mit dem Ergebnis des ersten Saarbrücker Integrationskongresses, zu dem die Landesregierung u.a. Migrantenorganisationen, Lehrer- und Elternverbände, Schulleiter/innen und Leiter/innen von Kinderbetreuungseinrichtungen sowie alle Interessierten eingeladen hatte.

Die Saarbrücker Erklärung schreibt fest,

  • dass das Projekt "Früh Deutsch lernen" auf alle Grundschulen ausgeweitet wird,
  • dass ein Beratungszentrum für Lehrerinnen und Lehrer eingerichtet wird, um die Schulabbrecherquote von Kindern mit Migrationshintergrund weiter abzusenken,
  • dass an saarländischen Grundschulen und an Erweiterten Realschulen betreute Hausaufgabenhilfen und eine zusätzliche Förderstunde pro Woche bedarfsorientiert und verpflichtend angeboten werden, um die Schulabbrecherquote von Kindern mit Migrationshintergrund weiter abzusenken,
  • dass im Rahmen einen Pilotprojektes, eine "Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen eingerichtet wird,
  • dass bis zum Jahr 2020 alle saarländischen Schulen den Titel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" tragen sollen
  • und dass die Zusammenarbeit mit den im Saarland tätigen Migrantenorganisationen im Bereich der Integrations- und Bildungspolitik institutionalisiert werden soll.

"Das Saarland ist ein weltoffenes Land, in dem Einheimische und Menschen mit Migrationshintergrund zusammen leben und arbeiten. Eine zeitgemäße Integrationspolitik, wie sie das Saarland betreibt, ist unerlässlich für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben", bekräftigte Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Neben Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer und dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller folgten rund 300 Vertreter der Migrantengruppen, Experten und Interessierte der Einladung.

Integration ist eine gesamtgesellschaftliche und gesamtpolitische Aufgabe, die auch eine hohe Motivation der Zuwanderer und der Gesellschaft erfordert. Und, Integration beginnt schon im Kindesalter: Kindergarten und Schule werden als besonderer Ort der Integration herausgestellt und die Eltern mit einbezogen. Die saarländische Landesregierung verfolgt seit Jahren eine Integrationspolitik, die den zugewanderten Menschen hilft, sich in den neuen gesellschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten zu Recht zu finden und ihre Umgebung nach und nach als Heimat anzunehmen.

Der Integrationskongress "Bildung" wurde durch Shanta Ghosh eröffnet, danach folgte die Begrüßung der Gäste durch Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt, Prof. Dr. Maria Böhmer, Ministerpräsident Peter Müller und Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Annegret Kramp-Karrenbauer.

Nach einer künstlerischen Darbietung der internationalen Studententanzgruppe "Boyana" folgte die Interviewrunde mit Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Ministerpräsident Peter Müller, Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, der landesintegrationsbeauftragten Staatssekretärin Gaby Schäfer, der Integrationsbeauftragte der Stadt Völklingen, Sevim Tasci und Mohamed Maiga, Sprecher des Integrationsbeirates der Landeshauptstadt Saarbrücken sowie Schülerinnen und Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums. Das künstlerische Rahmenprogramm bestritten Eddi Zauberfinger und Sahin Kaya, durch die Veranstaltung führten Giacomo Santalucia und Ibrahima Ndiaye (Ibou).

Der Kongress bot neben der Information über aktuelle Projekte und Integrationsmaßnahmen, die Möglichkeit gemeinsam über neue Formen und Maßnahmen zur Chancengleichheit und zur Chancengerechtigkeit gerade für Kinder mit Migrationshintergrund im Saarland zu diskutieren.


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