Schlechte Noten für Hessens Schulen

(redaktion) Weit mehr als die Hälfte der hessischen Schulen verharrt in alten Lern- und Unterrichtsmethoden. So das Ergebnis des Schul-TÜVs, das die Inspektoren des hessischen Instituts für Qualitätsentwicklung bereits im November 2008 abgeliefert haben, nachdem sie rund ein Drittel der Schulen besucht hatten. Während das Dokument der Frankfurter Rundschau (FR) vorliegt, scheint das Kultusministerium an einer Veröffentlichung nicht interessiert. Das 104-seitige Heft schlummere in dessen Schubladen, berichtet die FR am Samstag.

22.03.2009 Artikel

Mehr als 12.000 Unterrichtsstunden in rund 600 Schulen, so berichtet die Zeitung, hätten die Inspektoren für die Studie des Instituts für Qualitätsentwicklung in Wiesbaden ausgewertet.

Das Ergebnis: In den Schulen dominieren nach wie vor Frontalunterricht und Einzelarbeit von Schülern. "70 Prozent des Unterrichts laufen so. Das spiegelt sich in der Sitzordnung wieder. Mehr als die Hälfte der Schüler sitzen in Reihen oder in einem großen U im Klassenzimmer", schreibt die Zeitung. In den Schulen mangele es vor allem an der individuellen Förderung. Wer in einer Klasse nicht mitkomme, habe kaum die Chance, innerhalb des Unterrichts unterstützt zu werden. Dies sei Sache von Eltern und Nachhilfelehrern. Aber auch die besonders Schlauen erhielten nicht die Aufmerksamkeit, die sie zu Spitzenleistungen führen würde.

Interessant auch ein weiteres Ergebnis: Demnach macht sich die Qualität von Schule weniger am Schultyp fest als vielmehr daran, wie eine Schulgemeinde, wie Lehrer, Eltern und das Umfeld bereit seien, auf Herausforderungen zu reagieren.


Weiterführende Links

  • FR: Schlechte Noten für jede zweite Schule
  • Hessisches Institut für Qualitätsentwicklung

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