Schulen sollen einen Teil der Mittel erstmals als eigenes Budget erhalten

Das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder teilt mit: Das nordrhein-westfälische Schul- und Jugendministerium wird in den kommenden Tagen weitere 1,6 Millionen Euro für die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern in NRW freigeben. Damit stehen in diesem Jahr zumindest rund 8,5 Millionen Euro an Barmitteln für die Lehrerfortbildung in NRW zur Verfügung. Mit der Freigabe wird den Schulen ein Großteil der zunächst gesperrten Mittel von rund drei Millionen Euro wieder zur Verfügung gestellt. Ob auch die übrigen Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro wieder für die Lehrerfortbildung freigegeben werden können, wird sich voraussichtlich im Spätsommer - also bis zum Beginn des neuen Schuljahres - entscheiden.

18.06.2004 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Es ist gut, dass der wichtige Bereich der Fortbildung, anders als es zunächst aussah, damit weitgehend oder möglicherweise vollständig von Kürzungen verschont bleiben wird", sagte Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer. Die Ausgabenentwicklung in anderen Bereichen des Hauses habe eine Schwerpunktsetzung zugunsten der Lehrerfortbildung möglich gemacht.

Im Haushaltsentwurf für das Jahr 2004 waren ursprünglich zehn Millionen Euro an Barmitteln für die Lehrerfortbildung in NRW vorgesehen. Allerdings hatte der Landtag bei der Verabschiedung des gesamten Etats im Januar eine so genannte globale Minderausgabe beschlossen und dabei enge Grenzen definiert, in denen diese umgesetzt werden soll. Das führte zunächst dazu, dass auch der Bereich der Lehrerfortbildung von Kürzungen nicht verschont bleiben konnte. Deshalb wurden zunächst knapp sieben Millionen der ursprünglich vorgesehenen zehn Millionen Euro freigeben. Ministerin Schäfer hatte jedoch angekündigt, dass sie sich dafür einsetzen werde, die globale Minderausgabe auch in anderen Bereichen erbringen zu können, um bei der Lehrerfortbildung nicht so stark kürzen zu müssen. Mit der Bereitstellung von zunächst weiteren 1,6 Millionen Euro wird nun dieses Versprechen eingelöst.

Erstmals soll in diesem Jahr den Schulen ein Teil der Barmittel für die Lehrerfortbildung als Budget zur Verfügung gestellt werden. "Wir wollen erreichen, dass die Schulen selbst entscheiden können, welche Fortbildung für sie von besonderer Bedeutung ist, und somit eigenständig darauf reagieren können, wo sie den größten Bedarf haben." Vier Millionen Euro werden deshalb noch vor den Sommerferien den einzelnen Schulen zur Verfügung gestellt - wobei sich die Summe nach der Zahl der dort arbeitenden Lehrerinnen und Lehrer bemisst. Daneben wird es aber auch weiterhin bei zentralen Fortbildungsangeboten bleiben, deren Zahl jedoch reduziert und auf die wichtigsten Themenfelder konzentriert werde. Hierfür stehen knapp 4,5 Millionen Euro bereit - so dass insgesamt in diesem Jahr rund 8,5 Millionen Euro an Barmitteln für die Lehrerfortbildung zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch 6,5 Millionen Euro.

Ministerin Schäfer wies zudem darauf hin, dass die Ausgaben des Landes Nordrhein-Westfalen für die Lehrerfortbildung sehr viel höher seien, als es in der Summe von 8,5 Millionen oder zehn Millionen Euro zum Ausdruck komme. So seien beispielsweise 4500 Lehrerinnen und Lehrer als Moderatoren ausgebildet worden, die ihr Wissen an Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Dafür erhielten sie Entlastungsstunden. Insgesamt summierten sich die Entlastungsstunden zusammen mit weiteren Stellen für in der Fort- und Weiterbildung arbeitendem Personal auf 885 Stellen. Dies entspreche einem Gegenwert von rund 45 Millionen Euro jährlich. Insgesamt zeige dies, dass NRW mehr als 50 Millionen Euro jährlich in die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern investiere.


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