Schulministerin Sommer: "Sitzenbleiben führt nur selten zum Erfolg"

Zu der heute vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung "Klassenwiederholungen – teuer und unwirksam" erklärt Schulministerin Barbara Sommer: "Die Ergebnisse der Studie sind für uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Die Studie bestätigt unsere Position, dass Sitzenbleiben eine pädagogische Maßnahme ist, die nur selten zum Erfolg führt. Wir wissen, dass Schülerinnen und Schüler im Wiederholungsjahr nicht unbedingt besser werden. Dafür müssen sie aber ihre vertraute Klassengemeinschaft und damit auch Freundinnen und Freunde verlassen. Viele fühlen sich diskriminiert."

03.09.2009 Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Durch eine gezielte individuelle Förderung sollen in Nordrhein-Westfalen Schwächen frühzeitig erkannt und behoben werden, so dass es erst gar nicht zu einer Klassenwiederholung kommt. "Die Verminderung der Klassenwiederholungen darf dabei auf keinen Fall mit einer Minderung der Leistungsanforderungen oder Standards erkauft werden. Gute Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie beides schaffen: Begabung zu fördern und Unterstützung zu bieten, wo immer dies nötig ist.

Seit Regierungsantritt im Jahr 2005 arbeiten wir mit Erfolg daran, die Zahl der Klassenwiederholungen zu verringern. Die Sitzenbleiberquote in der Sekundarstufe I hat im vergangenen Schuljahr mit 2,7 Prozent den niedrigsten Wert seit Jahren erreicht", betonte die Schulministerin.

An der im vergangenen Schuljahr gemeinsam mit den Lehrerverbänden in Nordrhein- Westfalen gestarteten Initiative "Komm mit!" zur Reduzierung der Sitzenbleiberquote beteiligen sich zurzeit 412 weiterführende Schulen. In diesem Schuljahr können sich weitere 400 Schulen an der Initiative beteiligen. Die Schulen entwickeln und erproben Ideen und Maßnahmen zur Verringerung der Sitzenbleiberquote, die später auf andere Schulen übertragbar sind.

Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung belaufen sich die Personalkosten für Klassenwiederholungen in Nordrhein-Westfalen auf jährlich 120 Millionen Euro. Noch nicht mit eingerechnet sind dabei die ausbleibenden Steuereinnahmen durch einen verspäteten Berufseinstieg.


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