Schulsenator Rabe fordert ehrliche Debatte über Ursachen und Konsequenzen aus Schülerleistungsstudie KESS 13
Schulsenator Ties Rabe hat in der Bürgerschaft dazu aufgerufen, Hamburgs Stadtteilschulen nicht weiter in eine Krise hineinzureden, sondern eine ehrliche Debatte über die Ursachen und Konsequenzen aus der KESS13-Studie zu führen.
12.09.2013 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Die Studie hatte u.a. folgende Ergebnisse: Im Vergleich zu 2005 haben 2012 rund 67 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler der alten Haupt,- Real- und Gesamtschulen das Abitur gemacht. Wie schon 2005 haben die Schülerinnen und Schüler auch 2012 noch immer einen deutlichen Lernrückstand von bis zu drei Jahren gegenüber Gymnasiasten. Die entscheidenden Versäumnisse entstanden in den Klassen 5 bis 10 in den Jahren von 2003 bis 2009 in den untergegangenen Haupt,- Real- und Gesamtschulen.
Ties Rabe: "Die getesteten Kinder wurden 2003 in die weiterführende Schule eingeschult. Sie waren überhaupt keine Stadtteilschüler, sondern Schüler der untergegangenen Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Ihre schwierigen Schulbedingungen waren damals gerade der Anlass, die Stadtteilschule als bessere Schule zu gründen und die alten Haupt-, Real- und Gesamtschulen aufzulösen. Insofern ist es sachlich vollkommen absurd, die Stadtteilschule für die Ergebnisse der seit 2010 auslaufenden Schulformen verantwortlich zu machen. Wenn diese Studie ein Ergebnis hat, lautet es: Es war allerhöchste Zeit, die Stadteilschule zu gründen. Diese Schulform ist eine gute Idee."
Rabe verwies darauf, dass einige Vertreter der LINKEN und der CDU die Ergebnisse der KESS-Studie missbrauchen, um Hamburgs Stadtteilschule kaputt zu reden. Die LINKE wolle offensichtlich das 2-Säulen-System aus Gymnasien und Stadtteilschulen umstürzen, um eine "Schule für alle" durchzusetzen. Für die CDU macht der Abgeordnete Scheuerl bereits seit Monaten Front gegen die Stadtteilschulen, er hält das der früheren Haupt- und Realschulen für besser. Senator Rabe: "Es geht um das Wohl und die Bildung von 55.000 Kindern in Hamburg, deswegen müssen solche taktischen Politspiele unverzüglich gestoppt und stattdessen vernünftige Lösungen gesucht werden. Es war richtig, die Haupt- und Realschulen durch die Stadteilschulen abzulösen. Wir wollen, dass die Stadteilschule eine erfolgreiche, gute Schule für Kinder aller Begabungen mit allen Schulabschlüssen wird."
Anders als CDU, FDP und LINKE stehe die SPD fest zur Stadtteilschule. Rabe weiter: "Wir haben zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Schwachstellen der alten Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu verbessern:
- Für die Stadtteilschulen gibt es 17 Prozent mehr Lehrkräfte und kleinere Klassen.
- Die meisten Stadtteilschulen haben jetzt eigene Oberstufen.
- Alle Stadtteilschulen haben jetzt Kollegien aus Lehrkräften für die Mittelstufe, für das Gymnasium, für die berufliche Bildung, Sonderpädagogen und Sozialpädagogen. Diese Kollegien sind den Kollegien der Vorgängerschulen weit überlegen.
- 80% der Stadtteilschulen sind heute Ganztagsschulen. Unter den Vorgängerschulen lag der Anteil der Ganztagsschulen unter 30%.
- Für die Stadtteilschulen gibt es zusätzliche Lernförderung, von der knapp 20 % der Schüler profitieren. Sie müssen nicht mehr wie früher auf eigene Faust Nachhilfelehrer suchen, sie bekommen an der Schule hochwertige Förderung – kostenlos.
- An den Stadtteilschulen gibt es künftig für alle Schüler eine Berufs- und Studienorientierung sowie zahlreiche Unterstützungsangebote für den Übergang von der Schule in den Beruf. Beispielsweise durch die neuen Jugendberufsagenturen.
Ties Rabe: "Das sind viele, sehr viele Verbesserungen. Sie zeigen: Die SPD setzt sich für die Stadtteilschule ein." Weitere Verbesserungen seien geplant: "So werden wir beispielsweise den Fachunterricht und die Fachlichkeit im Bereich "Naturwissenschaften" stärken, indem wir wieder den Fachunterricht in den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Technik einführen. Einzelne Stadtteilschule haben hervorragende Konzepte, die große Erfolge erzielen. Das können auch andere Schulen. Solche Konzepte müssen wir ausbauen. Aber dazu müssen alle Fraktionen zum früheren Konsens der Bürgerschaft zurückkehren, die Stadtteilschule zu stärken, statt ihr aus taktischen Erwägungen die Fehler anderer Schulformen in die Schuhe zu schieben. So viel Ehrlichkeit sind wir der Stadtteilschule schuldig. So viel Ehrlichkeit sind wir aber auch uns selbst gegenüber schuldig."
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