Schulsenator Ties Rabe begrüßt 243 neue "Lehrkräfte in der Ausbildung"
243 neue Referendarinnen und Referendare haben heute in Hamburg ihren Dienst angetreten, die in den kommenden 18 Monaten an Hamburgs Schulen und im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) ausgebildet werden. Schulsenator Ties Rabe begrüßte die offiziell "Lehrkräfte in der Ausbildung" genannten Nachwuchspädagogen – wie jedes Mal seit seinem Amtsantritt – auch diesmal persönlich. Senator Rabe: "Das ist mir ein besonderes Anliegen, denn es sind nicht Gebäude, Strukturen, Reformen oder die Bildungspolitik, die das Gelingen der Schule am Stärksten beeinflussen, sondern die Lehrkräfte – die Menschen!"
02.08.2013 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Die 243 neuen Lehrkräfte werden in allen Schulformen im Einsatz sein. In der Primarstufe und der Sekundarstufe I sind es 76, an Gymnasien 79 und an beruflichen Schulen 49. Weitere 39 Lehrkräfte starten ins Lehramt Sonderschulen/Sozialpädagogik.
Senator Rabe: "Seit vier Jahren hat sich die Zahl der Einstellungen in Hamburg auf über 1.000 im Jahr fast verdoppelt. An Nachwuchs herrscht glücklicherweise kein Mangel: Für jeden Platz gibt es 6,4 Bewerberinnen und Bewerber. Das zeigt: Die Arbeit in Hamburgs Schulen ist eine spannende und attraktive Aufgabe."
Beworben hatten sich insgesamt 1.542 angehende Lehrerinnen und Lehrer. Damit liegt die Einstellungsquote bei 15,8 Prozent.
Geschlecht: Die Männer holen langsam auf
Der Anteil der männlichen Berufsstarter mit 72 ist wieder leicht angestiegen (29,2 %), dennoch sind deutlich mehr neue Lehrerinnen (171; 70,8 %) zu verzeichnen. Am höchsten ist der Anteil an neuen männlichen Referendaren im Lehramt an Gymnasien (46,8 %), gefolgt vom Lehramt an Beruflichen Schulen (30,6 %), dem Lehramt Primarstufe und Sekundarstufe I (17,1 %) und dem Lehramt Sonderschulen/Sonderpädagogik (15,4 %).
Abschlüsse: Fast zwei Drittel haben in Hamburg studiert
Mit 70 % der Eingestellten ist der Anteil der neuen Referendarinnen und Referendare, die das Erste Staatsexamen oder den Masterabschluss in Hamburg absolviert haben, weiter gestiegen (Februar 2013: 66,9 %). 30 % der neuen Referendarinnen und Referendare kommen aus anderen Bundesländern.
Jünger, aber konstant in den Leistungen
Das Durchschnittsalter der neu eingestellten Lehrkräfte in der Ausbildung ist gesunken und beträgt nun 29,6 Jahre (Februar 2013: 30,4 Jahre), 5,7 % sind dabei 25 Jahre oder jünger.
Der Gesamtdurchschnitt der neu Eingestellten ist mit einem Notenmittelwert von 1,7 weiterhin konstant. 37,8 % von ihnen haben einen Notenmittelwert bis 1,4 einschließlich.
Mehr Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger
Der Anteil derer, die für Mängelfächer über den Quereinstieg eingestellt wurden, ist mit 5,8 % leicht gestiegen (Februar 2013: 3,9 %). 12,2 % der für das Lehramt an Beruflichen Schulen neu Eingestellten haben einen anderen als den Lehramtsabschluss (Chemotechnik, Elektrotechnik, Metalltechnik). Für das Lehramt an Gymnasien (Fach Physik) ist der Anteil der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit 10,1 % stabil geblieben.
Von den 243 Lehrkräften, die zum 1. August in den Vorbereitungsdienst eingestellt wurden, haben 55 (22,6 %) einen Migrationshintergrund. Sie werden in allen Schulformen starten.
Der Anteil derjenigen, die ein sogenanntes "Mangelfach" studiert haben – ein Fach also, für das ein besonderer schulischer Bedarf besteht –, ist mit 44 % deutlich gestiegen (Februar 2013: 33,8 %). Alle Bewerberinnen und Bewerber mit einer der beruflichen Fachrichtungen Metalltechnik, Chemotechnik oder Elektrotechnik, mit einem der Fächer Physik, Chemie, Theater/Darstellendes Spiel und Musik für das Lehramt der Primarstufe und Sekundarstufe I sowie mit einem der Fächer Theater/Darstellendes Spiel und Informatik für das Lehramt an Gymnasien wurden eingestellt.
Start in eine verantwortungsvolle Zeit
Sie alle werden in den kommenden 18 Monaten im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) ausgebildet. Und an Hamburgs Schulen.
Senator Rabe: "Als Referendar hat man das Gefühl: Gerade eben war ich doch auch noch Schüler. Die Schülerinnen und Schüler wollen aber keinen neuen Mitschüler, sondern einen Lehrer. Einen Erwachsenen, der die Ruhe bewahrt, der Bescheid weiß und der auch sagt, wo es lang geht. Lehrkräfte zählen zu den wichtigsten und prägendsten Menschen in der Kindheit und Jugend. Dessen müssen sich Referendarinnen und Referendare bewusst sein. Ich wünsche mir sehr, dass Hamburgs Nachwuchslehrkräfte diese Aufgabe übernehmen, denn: Wenn sie diese Aufgabe nicht übernehmen, tun es Juroren von Casting-Shows oder fiktive Charaktere einer Daily Soap."
Doch nicht nur die eigene Entwicklung – vom Studierenden zur Lehrkraft – oder die Entwicklung der anvertrauten Schülerinnen und Schüler gehören ab sofort zum Alltag der 243 neuen Lehrkräfte.
Senator Rabe: "Inklusion, rasanter Ausbau der Ganztagsangebote – Hamburgs Referendarinnen und Referendare gehen in einer spannenden Zeit an den Start. Vieles ist noch in der Entwicklung, aber diese Entwicklung bietet den Berufsstartern auch die Chance, Neues mit zu gestalten und zum Gelingen zu führen."
Gute Zukunftsperspektive
In Hamburg studieren, in Hamburg die Vorbereitungszeit absolvieren und schließlich auch in Hamburg Lehrerin oder Lehrer werden – das wünschen sich viele der neuen Lehrkräfte zur Ausbildung. Und dieser Wunsch kann perspektivisch auch immer öfter erfüllt werden.
Senator Rabe: "Eine große Zahl an Pensionierungen auf der einen Seite und ein großer Bedarf an Lehrkräften auf der anderen Seite bieten den Referendarinnen und Referendare beste Chancen, im Anschluss auch als Lehrerinnen und Lehrer in Hamburg bleiben zu können."
Erstmals starten 18 "Weltlehrkräfte"
Am 1. August starten nicht nur Referendarinnen und Referendare, sondern auch Lehrkräfte, die im Ausland eine Lehramtsqualifikation erworben haben und denen für eine Gleichstellung mit einem Hamburger Lehramtsabschluss noch Schulpraxis fehlt.
Nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz, das zum 1. August 2012 in Kraft getreten ist, erhalten nun erstmals auch Lehrkräfte aus dem außereuropäischen Raum die Möglichkeit einer Anpassungsqualifizierung. Die Dauer dieser Vollzeitqualifizierung, die deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau des Großen Deutschen Sprachdiploms voraussetzt, ist dem individuellen Qualifizierungsbedarf entsprechend auf 12 oder 18 Monate festgelegt.
Diese sogenannten "Weltlehrkräfte" werden in der schulischen Praxis (Unterricht im Umfang einer halben Lehrerstelle) von Seminarleitungen des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung und von Lehrkräften in den Schulen begleitet. Sie nehmen zudem an verschiedenen Seminarveranstaltungen des Landesinstituts teil und werden so darin unterstützt, ihre didaktisch-methodische Kompetenz zu steigern und die Gleichstellung mit einem Zweiten Staatsexamen zu erhalten.
Die 18 "Weltlehrkräfte" kommen aus Russland (fünf Lehrkräfte), Spanien und der Ukraine (je zwei) sowie aus Griechenland, Großbritannien, dem Iran, Litauen, Polen, Rumänien, der Slowakei, Ungarn und Weißrussland (je eine).
Es handelt sich ganz überwiegend um Gymnasiallehrkräfte (elf), drei Lehrkräfte haben eine Lehramtsqualifikation als Berufsschullehrkraft, drei eine Qualifikation für das Lehramt der Primarstufe und Sekundarstufe I, eine als Sonderpädagogin. Zwei Lehrkräfte haben eine Qualifikation für ein Unterrichtsfach, 16 für zwei Fächer.
Eindeutiger Qualifikationsschwerpunkt sind die sprachlichen Fächer: Für das Fach Deutsch haben neun Lehrkräfte eine Qualifikation erworben, für das Fach Englisch sechs und für das Fach Spanisch fünf Lehrkräfte.
Keine Kommentare vorhanden