"Schulterschluss - mehr Chancen für Hauptschüler"

Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider und Vertreter der Bayerischen Wirtschaft unterzeichneten heute in München einen Pakt "Hauptschule und Wirtschaft – gemeinsam zum Erfolg". Die Vertragspartner haben sich auf Mindestanforderungen für die Ausbildungsreife verständigt.

26.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Gemeinsames Ziel von Hauptschule und Wirtschaft ist es, die Ausbildungsreife der Schulabgängerinnen und Schulabgänger sicherzustellen und diesen Jugendlichen ein Ausbildungsplatzangebot zu unterbreiten", ist dem Vertrag zu entnehmen.

"Der Pakt Hauptschule – Wirtschaft stellt eine tragende Säule in meiner Hauptschulinitiative dar, mit der ich die Hauptschule zu einer stark berufsvorbereitenden Schule weiter entwickle", so Kultusminister Siegfried Schneider. "Mein Ziel ist es, dass jede Schülerin und jeder Schüler die Hauptschule ausbildungsreif verlässt." Noch mehr Schüler als bisher sollen den mittleren Bildungsabschluss an der Hauptschule ablegen. Der Kultusminister dankte den Unternehmungen, dass sie die Abschlüsse der Hauptschule als Basis einer fundierten Ausbildung anerkennen, Praktikumsplätze anbieten, Experten entsenden und den Abgängern Ausbildungsplätze unterbreiten werden.

"Unser Schulterschluss wird den Hauptschülern neue zusätzliche Chancen eröffnen", so Minister Schneider.

Heinrich Traublinger MdL, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, unterstrich: "Mehr als jeder zehnte Beschäftigte im bayerischen Handwerk ist ein Auszubildender. Aktuell absolvieren in den bayerischen Handwerksbetrieben rund 88.000 Jugendliche eine Lehre. Für die Bewerber ist beim Start in eine Berufsausbildung ganz entscheidend, dass sie die notwendige Ausbildungsreife besitzen. Im vergangenen Jahr konnten 4.600 Lehrstellen im Handwerk mangels geeigneter Bewerber nicht besetzt werden, das sind rund 13 Prozent des gesamten Lehrstellenangebots der Handwerksbetriebe. Wir sind davon überzeugt, dass durch die Hauptschulreform die Schülerinnen und Schüler künftig besser auf das Berufs- und Arbeitsleben vorbereitet werden."

Dr. Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, sagte: "Die bayerischen Industrie- und Handelskammern bekräftigen mit dem Pakt auch ihr Bekenntnis zur Hauptschule, von der knapp die Hälfte aller Ausbildungsanfänger in Bayern kommt. Ziel des Paktes muss sein, die Hauptschule attraktiver und leistungsfähiger zu machen. Konkret erwartet die Wirtschaft beispielsweise, dass sich die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss bis 2010 halbiert. Auch muss die Praxis- und Berufsnähe durch Kooperationen mit der Wirtschaft stärker ausgebaut werden."

Bertram Brossardt, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, betonte: "Nur wenn die Qualität des Unterrichts in der Hauptschule stimmt, verfügen die Schüler über die notwendigen Fähigkeiten, um eine Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen. Deshalb engagieren wir uns seit Jahren mit zahlreichen Projekten für die Hauptschule. Durch das Modellprojekt "Rhythmisierte Ganztagshauptschule" haben wir beispielsweise die Einführung der Ganztagshauptschulen in Bayern angeschoben. Wir begrüßen die Hauptschulinitiative und freuen uns, dass zentrale Forderungen der vbw zur Erhöhung der Bildungsqualität wie der Ausbau der Ganztagsschulen, die stärkere Modularisierung des Unterrichts und mehr Schulautonomie umgesetzt werden."


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