Bayern

Sparen kommt teuer

Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags befasst sich am 23. März mit dem Budget des Kultusministeriums im Haushaltsentwurf 2011/2012. Klaus Wenzel, Sprecher des Forums Bildungspolitik in Bayern, warnt vor den Sparplänen der Staatsregierung.

21.03.2011 Pressemeldung Forum Bildungspolitik in Bayern

Wer an der Bildung zu sparen versuche, denke nicht über das Ende der Legislaturperiode hinaus. "Jeder Euro, den der Freistaat jetzt spart, kommt uns in ein paar Jahren teuer zu stehen." Bayerns wichtigste Ressource sei der Geist in den Köpfen. Eine Gesellschaft, die dringend auf gut ausgebildete junge Menschen angewiesen sei, müsse deshalb in Bildung investieren.

Bildungsinvestitionen haben eine hohe Rendite. Vor diesem Hintergrund sei es nicht zu verstehen, dass die bayerische Staatsregierung im Interesse eines ausgeglichenen Haushalts die Mittel für Bildung kürzen will. Das Forum Bildungspolitik wendet sich insbesondere gegen Sparmaßnahmen, die vergleichsweise geringe Erträge für den Staatshaushalt brächten, für die Betroffenen aber dramatische Auswirkungen haben, so die Zuschüsse für Privatschulen und die finanzielle Ausstattung des Landesschülerrats. Bei beiden sind massive Kürzungen geplant. "Für Eltern, die ihre Kinder an eine Montessori- oder Waldorfschule schicken, wird die Schule teurer, und der Landesschülerrat ist praktisch arbeitsunfähig, wenn sein Budget um ein Viertel gekürzt wird."

Das Forum Bildungspolitik in Bayern fordert den Haushaltsausschuss auf, volkswirtschaftlich zu denken und deshalb zu investieren. Bayern brauche insbesondere

  • mehr Fachpersonal an Schulen und Hochschulen
  • mehr Erzieher, Schulpsychologen und Sozialpädagogen
  • mehr Geld für eine bildungsfördernde Infrastruktur
  • Mittel für den Auf- und Ausbau lokaler Bildungslandschaften
  • mehr Studienplätze wegen des doppelten Abiturjahrgangs und der Aussetzung der Wehrpflicht.

Als wichtigste Investition in Bildung fordert das Forum Bildungspolitik jährlich 150 Millionen Euro zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention im Schulbereich. "Inklusion ist das bildungspolitische Thema der Zukunft", sagt Wenzel. "Wenn ein so reiches Land wie Bayern hier spart und gleichzeitig die beste Förderung jedes einzelnen Kindes beschwört, macht es sich unglaubwürdig."


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